Blatter und Platini zu Gesprächen über «6+5»-Regel
Brüssel (dpa) - 06.06.2008, 16:26 Uhr
Michel Platini (l) unterhält sich mit Sepp Blatter.
Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hat den Plänen der sogenannten «6+5»-Regel von FIFA-Präsident Joseph Blatter eine Absage erteilt. Das berichtete UEFA-Chef Michel Platini in Basel - einen Tag nach einem Treffen der beiden Fußball-Funktionäre mit dem Politiker in Brüssel. «Er hat uns gesagt, dass die «6+5»-Regel nicht angewendet werden darf», sagte Platini bei der Pressekonferenz am Tag vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft. Die beiden Präsidenten der internationalen Fußballverbände hatten sich für ein 45-Minuten-Gespräch mit Pöttering getroffen, um ihre Sicht der Dinge darzulegen. Man habe vereinbart, den Dialog fortzusetzen, teilte der Fußball-Weltverband FIFA mit. «Wir werden die besondere Stellung des Fußballs weiter betonen», sagte Platini.
Der FIFA-Kongress vergangene Woche in Sydney hatte die von Blatter konzipierte Einführung der Regelung zum Schutz nationaler Fußball-Talente mit einer Resolution unterstützt. Demnach sollen von der Saison 2010/11 an in den europäischen Ligen in jedem Team mindestens vier heimische Akteure stehen. Diese Quote soll bis zum Jahr 2012 auf ein Minimum von sechs Spielern steigen. Die Regel widerspricht nach Ansicht vieler Politiker dem geltenden Recht innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Freizügigkeit. Während der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz will Platini nicht über eine angeblich mögliche Neuvergabe der EM 2012 reden. «Wir sprechen über 2008 nicht über 2012. Über 2012 reden wir, wenn es soweit ist», sagte Platini in Basel. Das UEFA-Personal wurde von Platini angewiesen, keine Fragen zum Turnier in Polen und der Ukraine in vier Jahren zu beantworten. Weder von ihm noch von dem neben ihm auf dem Podium sitzenden UEFA-Generalsekretär David Taylor würde es Aussagen dazu geben, sagte Platini. |