Der Nobelbadeort Marbella muss seinen Friedhof an die spanischen Fußballprofis abtreten. Auf diese Weise soll die südspanische Stadt an der Costa del Sol ihre Schulden in Höhe von 550 000 Euro begleichen, die sie seit acht Jahren bei der Profi- Fußball-Liga (LFP) hat.
Dies entschied nach Presseberichten ein Gericht in Madrid. Nach dem Urteil wird ein stadteigenes Grundstück von 1,6 Hektar enteignet und der LFP übertragen. Auf dem Gelände befinden sich außer dem Friedhof auch Grünanlagen.
Marbella hatte 1998 mit dem Erstligaclub Atlético Madrid einen Werbevertrag geschlossen, wonach die Fußballer den Namenszug der Stadt auf ihren Trikots trugen. Der Badeort blieb jedoch eine Rate der Zahlungen schuldig. Die Stadt begründete dies damit, dass der Vertrag illegal gewesen sei. Damals war der Atlético-Präsident Jesús Gil gleichzeitig Bürgermeister von Marbella. Gil starb 2004. Die jetzige Stadtverwaltung will das Urteil anfechten. Ein Friedhofsgelände dürfe nicht enteignet werden, betonte sie.