Ballacks FC Chelsea strauchelt vor «Super-Sonntag»
London (dpa) - 20.03.2008, 11:18 Uhr
Manchester Uniteds Cristiano Ronaldo feiert einen Treffer.
Erst eine schmerzhafte 1:2-Pleite im Ligapokal- Finale, nun ein ernüchterndes 4:4 im Meisterschafts-Rennen: Für Michael Ballacks FC Chelsea entpuppt sich Tottenham Hotspur immer mehr als Stolperstein. Während sich Manchester United mit dem lockeren 2:0 über die Bolton Wanderers im Fußball-Nachholspiel mit drei Punkten Vorsprung in der englischen Premier League etwas absetzen konnte, kamen die «Blues» gegen die «Spurs» an der White Hart Lane trotz ihrer vier Treffer nur zum mageren Teilerfolg. Chelsea verpasste es dadurch, mit dem Tabellenzweiten FC Arsenal gleichzuziehen. «Ich kann es nicht erklären», klagte Coach Avram Grant nach dem Rückschlag für die West-Londoner Millionentruppe. Vor dem «Super-Ostersonntag», wenn die Top-Vier der Tabelle zum vorentscheidenden direkten Schlagabtausch antreten, steigt damit der Druck auf Ballacks «stolpernde Elf» («The Times»). Denn acht Spieltage vor Saisonende empfangen die «Blues» (65 Punkte) den FC Arsenal (67), ManU (70) tritt gegen den Vierten FC Liverpool (59) an. Unter besonderer Beobachtung steht dabei auch Mourinho-Nachfolger Grant, der trotz eines beeindruckenden Aufschwungs unter seiner Regie noch den Beweis schuldig ist, auch «große Spiele» gewinnen zu können.
Gegen Tottenham sorgte die Aufstellung des israelischen Coaches einmal mehr für Irritationen. Wie schon bei der Ligapokal-Schlappe im Vormonat ließ Grant den deutschen Nationalteam-Kapitän Ballack trotz zuletzt oft überragender Leistungen bis kurz vor Schluss auf der Bank. Sollte Chelsea im Meisterschaftsrennen weiter abrutschen, wäre von einst vier Titelchancen nur der Champions-League-Sieg im Bereich des Möglichen. «Er sieht aus wie ein Mann, der seinen ganz eigenen Kampf kämpft, und verliert», befand «The Guardian» über Grant. Gegen Tottenham büßte Chelsea in einem Thriller gleich dreimal die Führung ein. «Unglaublich», schrieb «The Daily Mail». Das frühe 1:0 durch Stürmerstar Didier Drogba (3. Minute) glich Jonathan Woodgate (12.) aus, die von Michael Essien (20.) und Joe Cole (52.) herausgearbeitete 3:1-Führung machten der Ex-Leverkusener Dimitar Berbatow (61.) und Tom Huddlestone (75.) zunichte, und nach Coles 4:3 (80.) gelang Spurs-Kapitän Roy Keane (88.) abermals der Gleichstand. «Sehr enttäuschend», räumte Grant gefrustet ein, gab sich aber nicht geschlagen: «Wir sind weiter im Rennen und kämpfen bis zum Schluss.» |