Inter greift in Italien nach dem Titel
Rom (dpa) - 28.02.2008, 11:37 Uhr
Javier Zanetti jubelt nach seinem Tor gegen den AS Rom.
Titelverteidiger Inter Mailand greift nach seinem 16. Meistertitel. Das 1:1 im Spitzenspiel der italienischen Serie A bei Verfolger AS Rom war für den Meister Gold wert. 13 Spieltage vor Schluss führt der Nobelclub aus Mailand mit neun Punkten vor seinem einzigen Rivalen. «Das ist wahrlich nicht wenig», räumte selbst Inter-Trainer Roberto Mancini ein. Das Rennen um den «Scudetto» ist praktisch gelaufen. Dass der Club von Öl-Magnat Massimo Moratti schon zwei Monate vor Saisonende die Titelfeier planen kann, verdankte er Javier Zanetti. In der 88. Minute erzielte der Kapitän am Mittwochabend den 1:1- Ausgleich in einer turbulenten Partie, die die Platzherren im ausverkauften Olympiastadion lange dominiert hatten. «Grande Capitan Scudetto», feierte die «La Gazzetta dello Sport» Zanetti als Inters Titelgaranten. «Das war ein sehr wichtiges Tor», freute sich der Argentinier. Er warnte aber zugleich vor verfrühtem Meisterjubel: «Jetzt müssen wir Kräfte sammeln, wir sind nicht in Top-Form.»
Gerade deshalb aber scheint Inter uneinholbar. Das Team punktet auch dann noch, wenn es schlecht spielt, müde und außer Form ist und auch noch in Unterzahl kämpfen muss. So wie in Rom, wo auch Trainer Mancini «Ermüdungserscheinungen» bei seinen Mannen feststellen musste, denen das 0:2 in der Champions League beim FC Liverpool einen kleinen Knacks versetzt hat. In Rom stand der Liga-Primus ab der 65. Minute nur noch mit zehn Mann auf dem Platz, weil Maxwell mit einer Knöchelverstauchung vom Platz getragen werden musste und Mancini sein Wechselkontingent just drei Minuten zuvor ausgeschöpft hatte. Dennoch hielt Inter Stand und kam nach dem Platzverweis für Mexes in der 83. Minute wieder ins Spiel zurück. Zanetti hat Inter mit seinem Tor gerettet, doch eigentlich hat Rom sich selbst ausgedribbelt. Kapitän Francesco Totti verfluchte deshalb auch seinen Teamkollegen Mexes: «Er war eine große Hilfe, für Inter», schimpfte Roms Spielmacher, dessen Führungstor (38.) die römischen Tifosi schon von der großen Wende in der Serie A träumen ließ. |