Stielike sagt Elfenbeinküste für Afrika-Cup ab
Stuttgart/Hannover (dpa) - 08.01.2008, 19:17 Uhr
Ulli Stielike bangt um seinen Sohn.
Ulli Stielike hat Hals über Kopf die Elfenbeinküste verlassen und bangt in Hannover um das Leben seines Sohnes Michael. Der 23-Jährige, der schon länger unter einer Lungenerkrankung leidet, liegt auf der Intensivstation der Medizinischen Hochschule im künstlichen Koma. «Sein Zustand ist zwar stabil, aber sehr kritisch», sagte der hilflose Vater der Deutschen Presse-Agentur dpa. Von einem Rücktritt als Fußball- Nationaltrainer der Ivorer, für die am 20. Januar in Ghana der Afrika-Cup beginnt, will Stielike (noch) nichts wissen. «Ich habe mir bis Ende der Woche Bedenkzeit erbeten und die ist mir vom Verband der Elfenbeinküste auch zugesichert worden», sagte der 53 Jahre alte Ex-Nationalspieler. Doch am Abend meldete die «Bild»-Zeitung, Stielike habe sich entschieden und werde die Elfenbeinküste nicht beim Afrika-Cup betreuen. «Ich werde auf die Teilnahme verzichten. Diese Entscheidung ist am Nachmittag gefallen», erklärte der 53-Jährige zu seinem raschen Sinneswandel.
Doch aufgeben will er seinen Posten als Trainer der Ivorer offenbar auch jetzt noch nicht. Das lassen sein Pflichtgefühl und sein Arbeitseifer nicht zu, die er einst auch als Profi von Borussia Mönchengladbach und Real Madrid sowie in 42 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft zeigte. «Es sieht alles andere als gut aus», sagte Stielike im nächsten Moment und meint damit sowohl die Verfassung seines Sohnes als auch seine Zukunft als Trainer in dem westafrikanischen Land. Sein Sohn Michael war in ein künstliches Koma versetzt worden, nachdem er nach Angaben seines Vaters «einen schweren Kollaps» erlitten hatte. Zusammen mit seiner Frau Doris, mit der er noch die erwachsenen Kinder Christian und Daniela hat, ist Stielike nun in Hannover. Michael hatte schon mehrere Wochen auf ein Spender-Organ für eine Lungentransplantation gewartet. |