WM-Auslosung: Südafrika verspricht Super-Show
Durban (dpa) - 22.11.2007, 12:45 Uhr
FIFA-Präsident Sepp Blatter (M) beim Besuch einer WM-Baustelle in Südafrika.
Steigende Kosten, ein auf absehbare Zeit unlösbares Sicherheitsproblem und streikbereite Bauarbeiter: Vor der Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen in Durban hätte FIFA-Chef Joseph Blatter gute Gründe, selbst mit Spitzhacke und Spaten in Südafrika ans Werk zu gehen. Bei der farbenprächtigen Zeremonie im Internationalen Congress Centrum von Durban wird der mächtigste Mann des Weltfußballs am 25. November aber wie gewohnt im feinen Zwirn die große Bühne für seine Botschaft nutzen. «Südafrika, Südafrika, Südafrika! Die WM 2010 findet definitiv in Südafrika statt», verkündete der am Donnerstag in Durban eingetroffene Chef des Weltverbandes, um die Zweifel an der WM-Tauglichkeit des Kap-Staates zu zerstreuen. Bundestrainer Joachim Löw, der mit der Delegation des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gen Südafrika aufbricht, erwartet in der Hafenmetropole am Indischen Ozean die höchste Sicherheitsstufe. 1000 zusätzliche Polizei- und Militärkräfte wurden aufgeboten und sollen einen reibungslosen Ablauf gewähren. «Der Sicherheitsstandard ist sehr hoch. Wir wollen, dass alle in Sicherheit feiern können», sagte der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Danny Jordaan. Mit großer Polizeipräsenz sollen die in den Straßen Durbans üblichen Überfälle verhindert werden, die ein fatales Signal geben würden.
Südafrika will sich mit einer laut Jordaan «noch nie dagewesenen Super-Show» der in mehr als 100 Ländern live zugeschalteten Fußball-Welt präsentieren. Auch die FIFA kündigte Superlative an: «Die Show wird sich auf höchstem Niveau abspielen - wahrscheinlich dem höchsten, das wir je bei einer Vorrundenauslosung gesehen haben», sagte deren Generalsekretär Jérome Valcke. Afrikanische Show-Elemente sollen die Auslosung der Qualifikationsgruppen für Asien, Nordamerika, Europa und Afrika auflockern. 170 Nationalteams warten noch auf ihre Gegner für den Weg zur Endrunde 2010. In Südamerika und Ozeanien läuft der Wettbewerb bereits seit einigen Monaten. Löw kann die Show entspannt genießen. Die DFB-Auswahl wird dank guter Resultate im Gegensatz zur EM-Endrundenauslosung bei der WM-Ziehung im ersten Lostopf eingruppiert werden. Dicke Brocken, wie Italien, Frankreich oder Spanien, sind somit nicht zu fürchten. Die europäischen Teams werden auf acht Sechser- und eine Fünfergruppe verteilt. Die Gruppensieger sind automatisch qualifiziert, die acht besten Gruppenzweiten ermitteln in einer Playoff-Runde die restlichen vier der insgesamt 13 WM-Teilnehmer aus Europa. |