Lob von Ferner: Zyperns Fußball hat sich entwickelt
Hannover (dpa) - 15.11.2007, 12:31 Uhr
Efstathios Aloneftis hat es in die Bundesliga geschafft.
Das Zwergen-Image haben Zyperns Fußballspieler längst abgelegt. Vierzehn Punkte aus zehn Spielen in der EM- Qualifikation unterstreichen die Wettbewerbstauglichkeit der einst belächelten Insel-Kicker. «Es hätten sogar noch ein paar Punkte mehr sein können», sagte Efstathios Aloneftis vor dem Länderspiel gegen Deutschland in Hannover. Beim bemerkenswerten 1:1 im Hinspiel hatte der Mittelfeldspieler das Tor des Außenseiters eingeleitet und sich für einen Bundesliga-Vertrag bei Energie Cottbus empfohlen. «Ich kenne ihn noch von Apoel Nikosia. Er ist schnell und kann seinen Weg machen», sagte Diethelm Ferner. Der frühere Bundesliga- Profi, der 1965 mit Werder Bremen deutscher Meister wurde, feierte auf der Mittelmeer-Insel seine größten Trainer-Erfolge. Von 1990 bis 1995 gewann Ferner mit Apollon Limassol zwei Mal die Meisterschaft auf Zypern und ein Mal den Landespokal. Bei den Clubs auf Zypern steht er weiterhin hoch im Kurs. «Ich hatte noch im Vorjahr eine Anfrage», berichtete der 66-jährige Bottroper.
Als «Didi» Ferner, der zuvor unter anderem Rot-Weiss Essen, FC St. Pauli, Schalke 04 und Hannover 96 trainierte, vor 17 Jahren nach Zypern ging, war er ein «Entwicklungshelfer» in Sachen Fußball. Andere deutsche Trainer und Spieler folgten seinem Beispiel. Torjäger Rainer Rauffmann, der vier Mal Torschützenkönig wurde und 2002 die zypriotische Staatsbürgerschaft annahm, genießt Kult-Status bei den Fans. «Die Vereine haben professionellere Strukturen entwickelt und werden für ausländische Spieler immer interessanter», erläuterte Ferner. Bei Landesmeister Apoel Nikosia stehen mehrere Portugiesen, Brasilianer und Griechen unter Vertrag. Von der Leistungssteigerung der Vereine profitieren auch die einheimischen Spieler. Die besten von ihnen wandern in andere europäische Ligen aus, wie etwa Nationalmannschafts-Kapitän Yiannakis Okkas (Celta Vigo/Spanien) oder Aloneftis. Er erhielt als erster Zyprer einen Bundesliga-Vertrag und hofft am Samstag auf einen Platz in der Startelf. Nationaltrainer Angelos Anastasiadis hat auch Konstantinos Charalambides vom Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena berufen. Der hat mit 37 Länderspielen sogar mehr internationale Erfahrung als Aloneftis (21). Das neue Selbstbewusstsein der früheren «Zwerge» macht sich auch bei der Hotelauswahl bemerkbar. Sie wohnen in Hannover in einem Vier-Sterne-Haus, das im Vorjahr WM-Quartier war.
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