Brasilien gelingt erster Sieg in WM-Qualifikation
Rio de Janeiro (dpa) - 18.10.2007, 10:29 Uhr
Der Brasilianer Ronaldinho jubelt über sein Tor im Spiel gegen Ecuador.
Pfiffe machen müde Brasilianer offenbar munter: Mit einem tollen Schlussspurt und vier Treffern in zwölf Minuten bezwang die brasilianische Fußball-Nationalelf auf dem Weg zur WM 2010 die Auswahl von Ecuador in Rio de Janeiro mit 5:0 (1:0). Die 85 000 Zuschauer im ausverkauften Maracana-Stadion, die die Stars im kanariengelben Trikot Mitte der zweiten Hälfte mit einem lauten Pfeifkonzert und Buhrufen gerade rechtzeitig geweckt hatten, riefen am Ende glückselig «Olé». Nach der indiskutablen Leistung beim 0:0 in Kolumbien schaffte Brasilien am zweiten Spieltag des südamerikanischen WM-Qualifikationsturniers angeführt von Doppeltorschütze Kaká (77./83. Minute) den ersten Sieg. Die weiteren Tore des fünffachen Weltmeisters schossen Vágner Love (19.), Ronaldinho (72.) und Elano (82.). Das Nachrichtenportal «G1» schrieb zufrieden von einem «Gala-Ballabend». Trotz eines Alkoholverbots im Stadion prosteten sich die Zuschauer mit Bier und Schnaps zu.
«Heute haben wir lockerer und mit mehr Freude aufgespielt, wir waren am Ende zufrieden mit unserer Arbeit», meinte Innenverteidiger Lucio. Der Profi des FC Bayern München spielte ebenso wie die beiden Berliner Bundesligalegionäre Mineiro und Gilberto 90 Minuten. Alle drei zeigten sehr solide Leistungen. Der Bremer Diego wurde erst drei Minuten vor Schluss für Kaká eingewechselt. Der Superstar vom AC Mailand wurde auf der Anzeigetafel als «weltbester Spieler» gefeiert und mit Standing Ovations verabschiedet. «Wenn es im Fußball gerecht zugeht, muss er zum Weltbesten gewählt werden», befand Nationalcoach Dunga. Richtig freuen konnte sich nur einer nicht. Der Wahlberliner Gilberto enthüllte nach dem Abpfiff, seine Tante sei vor zwei Tagen gestorben. «Mir ist nicht nach Feiern zumute», sagte er. Die Familie habe ihm das Ableben seiner Angehörigen verschwiegen, er habe es aber durch Zufall im Internet erfahren. «Ich muss mich jetzt um die Kinder meiner Tante kümmern», war Gilberto mit den Gedanken ganz woanders. |