Sieben Teams können Deutschland zur EM folgen
Hamburg (dpa) - 16.10.2007, 12:54 Uhr
Die Schotten überraschen in der Quali und könnten vor Italien und Frankreich bleiben.
Selbstbewusste Schotten, nervöse Niederländer und eine russische Rekordkulisse: Auf der Zielgeraden der EM- Qualifikation geht es für viele Favoriten um Alles oder Nichts. Sieben Teams haben jetzt die Chance, ihr Ticket für die Endrunde in Österreich und der Schweiz zu lösen und der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zur EM 2008 zu folgen. Hochspannung herrscht besonders in Gruppe B, in der Schottland seinen Höhenflug in Georgien fortsetzen und die WM-Finalisten Italien und Frankreich im Fernduell noch mehr unter Druck setzen will. In Moskau kann England die EM-Fahrkarte buchen, Gegner Russland kämpft um seine letzte Chance. Mit Spannung wird in Istanbul der Emotionsgipfel zwischen den ungeliebten Nachbarn Türkei und Griechenland erwartet. «Bei dem, was auf dem Spiel steht, bin ich überzeugt, dass meine Jungs alle Schmerzen überwinden werden», sagte Schottlands Coach Alex McLeish vor dem Gastspiel seines Teams in Georgien mit Blick auf zahlreiche verletzte Spieler. In der ehemaligen russischen Teilrepublik können die Schotten mit ihrem siebten Sieg in Serie im Optimalfall bereits die EM-Teilnahme perfekt machen und gleichzeitig den Druck auf den Gruppenzweiten Italien maximieren. Der spielfreie Weltmeister setzt dagegen auf Schützenhilfe, die ihnen der georgische Nationaltrainer Klaus Toppmöller bereits zugesagt hat: «Jetzt werden wir Italien helfen.»
Hinter den vor Selbstbewusstsein strotzenden Schotten, die erstmals seit 58 Jahren sechs Siege nacheinander eingefahren haben, ist Vizeweltmeister Frankreich im Heimspiel gegen Litauen zum Siegen verdammt. Sollte die Equipe Tricolore nicht gewinnen und Schottland in Georgien drei Punkte holen, hätten sich die «Bravehearts» erstmals seit 1996 wieder für eine EM qualifiziert und würden den Pubs in der Heimat vermutlich einen Rekordumsatz bescheren. Von den beiden WM- Finalisten Frankreich und Italien würde in diesem Fall definitiv einer auf der Strecke bleiben. Nicht nur um wichtige Qualifikationspunkte, sondern vor allem um viel Prestige und nichts weniger als die nationale Ehre geht es im Spitzenspiel der Gruppe C zwischen der Türkei und Griechenland. Während Otto Rehhagel und die Griechen mit einem Sieg beim ungeliebten Nachbarn das Erreichen der Endrunde perfekt machen können, drohen die Türken (18 Punkte) bei einer Niederlage nicht nur sämtlichen Kredit bei ihren fanatischen Fans zu verspielen, sondern auch hinter Norwegen (17) zurückzufallen. Die Skandinavier stehen in Bosnien-Herzegowina vor einer lösbaren Aufgabe. Für die Griechen geht es auch um Revanche für die 1:4-Niederlage im Hinspiel. «Wir wollen uns für die Schmach von Piräus rehabilitieren», sagte Rehhagel. |