«Rehhagel-Travel» mit Sieg über Türkei zur EM
Hamburg (dpa) - 15.10.2007, 14:46 Uhr
Hat die Qualifikation fest im Blick: Otto Rehhagel.
Ehrenbürger von Athen ist Otto Rehhagel bereits, in Istanbul kann sich der griechische Nationaltrainer mit einem Erfolg beim Erzrivalen Türkei für die Hellenen endgültig unsterblich machen. Ein Sieg im prall gefüllten Istanbuler Ali-Sami-Yen-Stadion würde dem Europameister von 2004 vorzeitig das EM-Ticket nach Österreich und in die Schweiz bescheren und den ungeliebten Nachbarn ins Tal der Tränen stürzen. Eine Horrorvorstellung für die fanatischen türkischen Fußballfans, die den Griechen einen heißen Empfang bereiten werden. Für eine besonders hitzige Atmosphäre am Bosporus sorgt das Ergebnis aus dem Hinspiel, in dem die Türken die Griechen mit 4:1 demütigten. Nach der Schande von Piräus am Vorabend des griechischen Nationalfeiertages stand Rehhagel in Griechenland vor dem Aus. Nichts ist für die Griechen schlimmer, als eine Niederlage gegen den direkten Nachbarn. «Wir wollen uns rehabilitieren für das, was wir beim Hinspiel in Piräus geleistet haben», sagte Rehhagel vor dem Gipfel der Emotionen in der Gruppe C. Nach den Vorkommnissen beim WM- Qualifikationsspiel gegen die Schweiz vor zwei Jahren gilt in der Bosporus-Metropole Sicherheitsstufe eins.
Inzwischen liegen Fans und Medien dem erfahrenen Coach in Griechenland wieder zu Füßen. «Rehhagel-Travel bietet ihnen die Chance, Österreich und die Schweiz kennenzulernen. Bitte jetzt schon buchen», schrieb die Zeitung «Sportime». Nach der verpassten WM-Teilnahme 2006 wollen die Blau-Weißen unbedingt auf die große Fußballbühne zurückkehren. Ganz anders ist die Situation für Rehhagels türkischen Kollegen Fatih Terim. Eine Niederlage käme nicht nur einer nationalen Schande gleich. Sie würde auch die EM-Qualifikation gefährden. Mit Norwegen und Bosnien-Herzegowina sitzen den Türken noch zwei Teams im Nacken. «Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir nicht schon am Mittwoch ein Schicksalsspiel haben», sagte Terim nach dem enttäuschenden 1:1 in Moldawien. Der aufbrausende Coach gibt sich dennoch kämpferisch. «Ich werde für den Erfolg dieses Landes bis zum Schluss fighten», meinte Terim, der bei einem neuerlichen Scheitern mit der Entlassung rechnen muss. Schließlich droht dem WM-Dritten von 2002 zum dritten Mal in Serie bei einem Großturnier die Zuschauerrolle. |