Einmal mehr wurde dabei der Name des deutschen Ex-Nationaltrainers Jürgen Klinsmann für einen der am höchsten bezahlten, aber auch aufreibendsten Trainer-Jobs der Welt ins Spiel gebracht. Bereits im Frühjahr war der Wahl-Amerikaner als Kandidat in London gehandelt worden. Als Alternativen brachte die «Times» den Niederländer Guus Hiddink, der nach der WM das russische Nationalteam übernommen hatte, sowie den früheren Trainer von Juventus Turin, den Franzosen Didier Deschamps, ins Gespräch. Jemand von diesem Kaliber müsse es schon sein, wenn Stars und Fans von Chelsea zufrieden gestellt werden sollen, hieß es in britischen Kommentaren. Schon am 23. September steht Grant vor seiner Feuerprobe: Im Spitzenspiel der Premier League bei Manchester United wird sich zeigen, ob Chelsea in dieser Saison überhaupt noch eine Chance hat, wieder an die Spitze vorzustoßen. Derzeit stehen die Blues, die mit Mourinho 2005 und 2006 Meister wurden, aber nie die Champions League gewinnen konnte - auf dem fünften Rang - genau hinter Manchester durch ein etwas schlechteres Torverhältnis. Die vorzeitige Aufhebung des mit jährlich 5,2 Millionen Pfund (7,5 Millionen Euro) dotierten Vertrages von Mourinho könnte den FC Chelsea umgerechnet 35 Millionen Euro kosten, berichtete die britische BBC. Die Diskussionen seien bereits seit einiger Zeit im Gange, da beide Seiten mit der Trennung gerechnet hätten. Welche Folgen der Abgang Mourinhos für die Zukunft Ballacks bei Chelsea hat, war zunächst nicht absehbar. Der Portugiese hatte den Kapitän der deutschen Nationalelf in der vergangenen Saison zwar gegen Kritik verteidigt, doch Ballacks Alleingang bei der Behandlung seiner Knöchelverletzung im Frühjahr aber auch massiv kritisiert und nach britischen Presseberichten sogar dessen Rauswurf gefordert. Der Coach hatte den 30-Jährigen auf Anraten der Chelsea-Ärzte nicht für den Champions-League-Kader nominiert. Als Hauptgrund nennen Insider nach Angaben des «Guardian», dass Abramowitsch von Mourinho «für seine 500 Millionen Pfund (rund 745 Millionen Euro), die er seit 2003 in den Club gesteckt hat, einen expansiveren und attraktiveren Fußball erwartet hatte». Der Portugiese habe für den Geschmack des Russen «zu sehr auf Nummer sicher» spielen lassen, war in London immer wieder zu hören. Nach der 0:2-Niederlage gegen Aston Villa Anfang des Monats und dem ebenfalls enttäuschenden Start in die Champions League mit einem 1:1 gegen Trondheim sollen zwischen Abramowitsch und Mourinho die Fetzen geflogen sein. Das war dem Portugiesen, der zum Antritt bei Chelsea im Sommer 2004 noch erklärt hatte, er sei «a special one» (ein ganz Besonderer), dann offenkundig zu viel.
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