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Owen verzückt England: EM-Teilnahme rückt näher

London (dpa) - 13.09.2007, 10:56 Uhr

Michael Owen schießt das 2:0 gegen Russland.
Michael Owen schießt das 2:0 gegen Russland.

Aufatmen und Begeisterung auf der Insel: Dank eines groß aufspielenden Michael Owen ist England der Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft ein großes Stück näher gekommen.

Dem umstrittenen Trainer Steve McClaren fiel nach dem souveränen 3:0 gegen Russland im Londoner Wembley-Stadion ein Stein vom Herzen. «So muss England spielen. Wir werden den Sieg feiern, denn es war ein guter Sieg. Aber wir haben noch drei Spiele vor uns, und wir wissen, wir können es noch besser», sagte der Coach nach dem Erfolg im Top- Duell der Qualifikations-Gruppe E, mit dem die Kicker aus dem Mutterland des Fußballs den zweiten Tabellenplatz hinter Kroatien eroberten.

In der Presse wurde vor allem Owen, der mit zwei Toren (7./31. Minute) den Grundstein zum Sieg gelegt hatte, überschwänglich gefeiert. Das Boulevardblatt «The Sun» erhob den Angreifer von Newcastle United zum «Super-Zar». Die seriöse «Times» befand, dass «ein tödlicher Owen England inspiriert» habe, und die «Daily Mail» stellte erleichtert fest, dass Englands Team «wieder funkelt». Owen hatte schon am vergangenen Samstag beim 3:0 gegen Israel als Torschütze geglänzt.

Viele Kommentatoren sahen zudem den Trainer rehabilitiert. «McClaren hat den Jackpot geknackt», stellte der «Daily Telegraph» mit Blick auf die neue Dynamik des englischen Teams fest. Und das, obwohl Stars wie David Beckham, Wayne Rooney, Ex-Bayern-Profi Owen Hargraeves und Frank Lampard nicht zur Verfügung standen.

Gegen Russland boten die «Three Lions» in der ersten Halbzeit vor 86 000 Zuschauern brillanten Tempo-Fußball und wurden durch Owens Doppelschlag belohnt. Im zweiten Durchgang schaltete England einen Gang zurück und ermöglichte einem etwas beherzter aufspielenden Gegner einige Möglichkeiten, die die junge Mannschaft aber nicht zu nutzen verstand. Das späte Tor von Verteidiger Rio Ferdinand (84.) machte das englische Glück perfekt.

Russlands Trainer Guus Hiddink, der sich für den Besuch im Fußball-Tempel von Wembley in schicke Nadelstreifen gehüllt hatte, gab sich nach dem Spiel kämpferisch. Man habe England zeitweilig in Panik versetzt, meinte der Niederländer, der mit Wembley nicht die besten Erinnerungen verbindet. Als Bondscoach unterlag er bei der EM 1996 dort den Engländern mit 1:4. «Wir werden sie in Moskau kriegen», versprach Hiddink. «Es ist eine harte Gruppe. Abgerechnet wird am Schluss.»


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