EM-Gastgeber im Tief: «Hicke raus» in Wien
Hamburg/Wien (dpa) - 12.09.2007, 17:51 Uhr
Österreichs Nationaltrainer Josef Hickersberger sieht schweren Zeiten entgegen.
Es war zwar nur das «Turnier der Kontinente», doch nach den Pleiten gegen Chile und Japan ist die Stimmung bei den EM-Gastgebern Österreich und Schweiz neun Monate vor dem Ernstfall im Keller. «Das ist eine wahre Katastrophe. Wir haben zwei Gesichter gezeigt und müssen uns zukünftig angewöhnen, nur mehr das erste zu zeigen», sagte Stuttgarts Bundesliga-Profi Ludovic Magnin nach dem 3:4 (2:0) der Schweiz gegen Japan. In Wien gab es nach der 0:2-Niederlage gegen Chile sogar «Hicke raus»-Rufe der enttäuschten Zuschauer gegen den österreichischen Teamchef Josef Hickersberger. «So etwas tut weh, aber es gehört zum Job», sagte der Geschmähte. Doch bei der Pressekonferenz gab der angeschlagene Coach Anlass zu Spekulationen um einen Rücktritt. «Ich bin sehr enttäuscht. Mein Gesundheitszustand leidet darunter - und ich möchte weiter leben.» Seine Mannschaft beendete das Turnier an vierter und letzter Stelle hinter Sieger Japan, Chile und dem Nachbarn aus der Schweiz.
Noch immer wartet die Auswahl des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) in diesem Jahr auf einen Sieg. Der Erfolg vor vier Tagen gegen Japan kam nach einem 0:0 nach 90 Minuten erst im Elfmeterschießen zustande und wird offiziell als Remis gewertet. «Ich bin der Meinung, dass wir einen Sieg haben, das sind Fakten. Italien ist auch im Elferschießen Weltmeister geworden», sagte Hickersberger trotzig. Doch ob Sieg oder Unentschieden - erschreckend waren vor allem die Darbietungen. «ÖFB-Team mit Fußball überfordert», hieß es ebenso kurz wie treffend im Österreichischen Rundfunk. «Leider wirklich erschreckend», titelte die liberale Wiener Zeitung «Der Standard» und attestierte dem Team «die nächste Peinlichkeit». «Österreich hinkt also der EURO 2008 entgegen», schrieb der «Kurier». |