Russland will Wembley stürmen
London (dpa) - 10.09.2007, 14:13 Uhr
Steve McClaren ist bei der EM-Qualifikation noch nicht aus dem Schneider.
Schicksalsspiel für England: Nach dem Pflichtsieg über Israel in der EM-Qualifikation hat sich auf der Insel vor dem vorentscheidenden Duell gegen Russland verhaltener Optimismus breitgemacht. Die «Daily Mail» feierte nach dem 3:0-Erfolg über den Fußball-Zwerg ein «wiedergeborenes Team». Und der stark in der Kritik stehende National-Trainer Steve McClaren sieht seine Mannschaft auf dem richtigen Weg: «So müssen wir weitermachen.» Den Engländern, mit 17 Punkten Dritter der Gruppe E hinter Kroatien (20) und Russland (18), hilft im Wembleystadion nur ein Sieg, um weiter auf die Teilnahme an der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz hoffen zu können. «Die Russen werden sich nicht gerade auf den Besuch in Wembley freuen», tönte McClaren.
Doch Guus Hiddink, der niederländische Coach der Russen, hat keine Angst. Er lobte die Leistung des Gegners im Freundschaftsspiel vor einem Monat gegen Deutschland - die Engländer verloren mit 1:2. «Die Power der Engländer ist beeindruckend», sagte Hiddink. Er kündigte ein offensives Auftreten seiner Mannschaft an. Für McClaren geht es auch um den Job. Mit der Parole, keine Entschuldigungen mehr gelten zu lassen, hatte der Nationaltrainer nach mäßigen Auftritten seines Teams zuletzt eher für Verwunderung gesorgt. Mangels internationaler Kompetenz und taktischer Finesse ist sein Ansehen unter den Spielern ohnehin nicht sonderlich hoch. Fans und Presse haben ihn bereits als «McClown» verspottet. Trotzdem gelang England gegen Israel erstmals seit langem wieder eine überzeugende Mannschaftsleistung. Dabei stach vor allem Michael Owen hervor, der mit Emile Heskey (Wigham Athletic), der nach über drei Jahren erstmals wieder das Nationaltrikot trug, ein vielversprechendes Sturm-Duo bildete. Zwischen 2000 und 2004 hatte das Paar bereits den FC Liverpool zu großen Erfolgen geführt. Ein abermaliges Auflaufen Heskeys, für das Owen indirekt plädierte, wollte sich McClaren für das Russland-Spiel aber nicht vorschreiben lassen: «Ich stelle das Team auf.»
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