«Es war unheimlich wichtig, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Das war unser Ziel. Die gute Leistung war das i-Tüpfelchen», lobte Teamchef Steve McClaren. «Wir können das jetzt genießen und 24 Stunden feiern. Ab Montag bereiten wir uns auf Russland vor. Ich bin mir sicher, die Russen werden sich das Video unseres Spiels anschauen und nach dieser Vorstellung nicht gerne nach Wembley kommen», meinte McClaren in Anspielung auf den nächsten Gegner. Von einer ähnlichen Aufbruchstimmung ist im Land des Weltmeisters derzeit nichts zu spüren. «Kleines Italien. Was für ein hässliches Spektakel», schrieb die «La Repubblica». Und die «La Gazzetta dello Sport» forderte: «Italien: Da muss mehr kommen.» Hinter Tabellenführer Frankreich (19) und Schottland (18) belegt die «Squadra Azzurra» mit 17 Punkten in der Gruppe B derzeit nur Rang drei. Dahinter folgt die Ukraine (13), die ein Spiel weniger absolviert hat und die Italiener am Mittwoch zum direkten Duell empfängt. Die mit viel Ballyhoo angekündigte WM-Revanche gegen die «Equipe Tricolore» entpuppte sich vor 83 000 Zuschauern in Mailand als Langweiler. Auf beiden Seiten dominierten die Abwehrreihen, so dass Torraumszenen Mangelware blieben. «Wir waren zu ängstlich. Uns hat der Wille zum Sieg gefehlt», kritisierte Italiens Kapitän Fabio Cannavaro. Trotz der prekären Tabellensituation gab sich Trainer Roberto Donadoni optimistisch. «Das Rennen ist offen. Ich bin momentan nicht beunruhigt, vielleicht bin ich es in zwei Monaten», sagte der umstrittene Coach. Das große Zittern hat auch in Portugal nach dem 2:2 gegen Polen eingesetzt. Bundesliga-Profi Jacek Krzynowek vom VfL Wolfsburg verdarb dem Vize-Europameister mit dem späten Ausgleich in der 88. Minute die Siegesfeier. Maniche (50.) und Cristiano Ronaldo (73.) hatten zuvor den Rückstand durch Mariusz Lewandowski (44.) in eine 2:1-Führung für die Hausherren umgewandelt. Mit 16 Punkten rangiert Portugal in der Gruppe A hinter Polen (20) und Finnland (18/0:0 in Serbien). In der deutschen Gruppe D verschaffte sich Tschechien mit einem 3:0 in San Marino hinter der souveränen DFB-Auswahl (22) etwas Luft im Kampf um die zweite EM-Fahrkarte. Mit 17 Zählern liegen die Tschechen klar vor Irland (14), das beim 2:2 in der Slowakei (10) in letzter Sekunde den Ausgleich kassierte. Klarheit herrscht auch in der Gruppe G, wo Rumänien (20) seine Tabellenführung mit einem 3:1 in Weißrussland vor den Niederlanden (17) behauptete. Die «Oranjes» bezwangen Bulgarien (15) durch Tore von Wesley Sneijder (22.) und Ruud van Nistelrooy (58.) mit 2:0. In der Gruppe C gab es einen Dämpfer für die Türkei (14), die in Malta nicht über ein 2:2 hinauskam und hinter Norwegen (16/1:0 in Moldawien) auf Rang drei zurückfiel. Spitzenreiter ist der am Wochenende spielfreie Europameister Griechenland (18), der nun in Norwegen antreten muss.
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