Wegen Baby: Wales-Kapitän Bellamy fehlt weiter
Cardiff (dpa) - 09.09.2007, 13:25 Uhr
Craig Bellamy hat Angst um seine neugeborene Tochter.
Aus Angst um seine fünf Tage alte Tochter will Craig Bellamy, Kapitän der walisischen Nationalmannschaft, auch auf das EM-Qualifikationsspiel in der Slowakei verzichten. «Craig wird höchstwahrscheinlich bei seiner Familie bleiben», erklärte ein Sprecher des walisischen Fußball-Verbandes. Der 28 Jahre alte Stürmer hatte bereits gegen Deutschland (0:2) pausiert und stattdessen in der Cardiffer Universitätsklinik Nachtwache gehalten an der Seite seiner Frau Clare, die vor kurzem das gemeinsame Kind bekommen hatte. «Er hat seit Tagen kaum geschlafen und wenig gegessen», verriet Wales-Trainer John Toshack. Der Coach war sichtlich berührt von den privaten Sorgen seines wichtigsten Spielers. «Ich habe ihn sowohl im Krankenhaus als auch zu Hause besucht», sagte Toshack, der es dem Torjäger von West Ham United überlässt, mit der Mannschaft die Reise nach Trnava anzutreten: «Das ist allein seine Entscheidung.» Aus Bellamys Umfeld war zu hören, dass es sich um «kleinere» Komplikationen bei seinem dritten Kind handele.
Ohne ihren Anführer fehlte der im Schnitt nur 23,5 Jahre jungen Mannschaft im Millennium Stadion gegen Deutschland jeglicher Mut. «Er hätte mit seinem Tempo einen Unterschied machen können», glaubte Toshack, der als Spieler 1969 sein Nationalmannschafts-Debüt gegen die DFB-Auswahl gefeiert hatte. So aber trat Wales zaghaft und zögerlich an, das frühe 1:0 durch Klose raubte den Youngsters jegliches Selbstvertrauen. «Es ist im Moment aber auch schwer für uns, weil viele Spieler in ihren Vereinen in dieser Saison noch keine Spielpraxis gesammelt haben», sagte der 58-jährige Coach. «Deutschland war uns in nahezu allen Belangen überlegen», resümierte Toshack. «Sie waren fitter, schneller und physisch stärker. Als Mannschaft haben wir heute gelitten.»
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