London (dpa) - 13.07.2007, 17:53 Uhr
Der Abstieg von Sheffield United aus der höchsten englischen Fußball-Liga ist endgültig. Das höchste britische Zivilgericht wies die Klage von Sheffield zurück.
Der High Court in London erklärte, die Premier League habe nicht gegen geltendes Recht verstoßen, als sie West Ham United wegen Verletzung von Transfer-Regeln «nur» zu einer Geldstrafe verurteilt hatte. Sheffield hatte einen Punktabzug für die «Hammers» gefordert.
Nach der letztinstanzlichen Niederlage akzeptierten die «Blades» zwar den Abstieg in die 2. Liga, kündigten aber eine Schadenersatz-Klage an. Denn nach dem Gang durch sämtliche Instanzen darf sich Sheffield als moralischer Sieger fühlen. Ein Schiedsgericht in England hatte Anfang Juli eingeräumt, dass West Ham eigentlich mit einem Punktabzug hätte bestraft werden müssen. Die ausgesprochene Geldstrafe sei jedoch «nicht so irrational oder pervers» gewesen, als dass das Urteil hätte revidiert werden können.
West Ham hatte bei der Verpflichtung der argentinischen Nationalspieler Carlos Tevez und Javier Mascherano gegen Vorschriften der Premier League verstoßen, wonach keine dritte Partei auf die Politik eines Clubs Einfluss nehmen darf. Die Transferrechte an beiden Akteuren hielt eine Investmentgesellschaft, die sich ein Mitsprache-Recht vertraglich zusichern ließ. Die Premier League hatte im April West Ham nur deshalb nicht mit einem Punktabzug bestraft, da die «Hammers» versicherten, den umstrittenen Vertrag mit der Investmentgesellschaft aufgelöst zu haben und nun die alleinigen Transferrechte an den Argentiniern zu besitzen.
Dies scheint aus heutiger Sicht aber mehr als fraglich. Inzwischen möchte Manchester United Tevez verpflichten. Dessen Berater Kia Joorabchian besteht darauf, im Besitz der Transferrechte zu sein. Die Premier League hat daher den Wechsel des Argentiniers zum englischen Meister vorerst untersagt. Ein erneuter Gang vor die Gerichte droht.
Tevez hatte West Ham mit seinen Toren und überragenden Leistungen quasi alleine in der Liga gehalten. Im Falle eines Drei-Punkte-Abzugs hätten die «Hammers» den Gang in die Zweite Liga antreten müssen.