Haftbefehl gegen Corinthians-Mitbesitzer Beresowski
Rio de Janeiro (dpa) - 13.07.2007, 17:49 Uhr
Boris Beresowski wird von der brasilianischen Justiz Geldwäsche vorgeworfen.
Die Justiz hat in Brasilien Haftbefehl gegen den umstrittenen russischen Milliardär, Fußball-Investor und Kreml-Gegner Boris Beresowski erlassen. Wie Medien berichteten, wird dem in London im Exil lebenden Russen Geldwäsche vorgeworfen. Haftbefehl sei auch gegen die iranischen Beresowski-Partner Kia Joorabchian und Nojan Bedround erlassen worden, hieß es. Die drei Männer sind unter anderem Inhaber der Investorgruppe MSI, die unter anderem im Jahr 2004 beim brasilianischen Traditionsverein SC Corinthians São Paulo eingestiegen war. Die MSI-Gruppe erwarb für Corinthians unter anderem die argentinischen Nationalspieler Carlos Tevez und Javier Mascherano, die inzwischen beide in England aktiv sind. Mit ihnen wurde Corinthians 2005 brasilianischer Meister.
Beresowski gilt als einer der reichsten Männer der Welt und ist unter anderem Geschäftspartner von Roman Abramowitsch, der in England den Londoner Spitzenclub FC Chelsea erwarb. Moskau hat mehrfach die Auslieferung Beresowskis wegen versuchten Staatsstreichs beantragt. Die Anträge wurden allerdings von London zurückgewiesen. Die brasilianische Staatsanwaltschaft teilte laut Medien mit, es gebe «genügend Indizien», die darauf hindeuteten, die Partnerschaft zwischen Corinthians und MSI sei zur Geldwäsche missbraucht worden. Der Anwalt von MSI, Luiz Fernando Pacheco, wies die Vorwürfe gegen die Gruppe als «absurd, willkürlich und ohne jede legale Grundlage» zurück. Angezeigt wurde wegen Geldwäsche auch der Präsident von Corinthians, Alberto Dualib, sowie einige seiner Mitarbeiter und auch brasilianische Unternehmer.
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