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Schuster will mit erstem Trainer-Titel zu Real

Madrid (dpa) - 21.06.2007, 15:02 Uhr

Bernd Schuster, Trainer vom FC Getafe, will nicht mit lehren Händen zu Real.
Bernd Schuster, Trainer vom FC Getafe, will nicht mit lehren Händen zu Real.

Fabio Capello rechnet mit seiner Ablösung, Bernd Schuster steht als Nachfolger Gewehr bei Fuß, doch zuvor will sich der deutsche Ex-Nationalspieler mit seinem ersten Titelgewinn als Coach einen triumphalen Abschied vom FC Getafe verschaffen.

«Er wäre ein unauslöschliches Ereignis in meiner Fußball-Karriere. Das erste Mal vergisst man nie», sagte der deutsche Erfolgstrainer des Madrider Vorstadtclubs Getafe vor dem spanischen Pokalfinale gegen den FC Sevilla. Im «DFB.de-Gespräch der Woche» betonte der Europameister von 1980, ein Sieg wäre «etwas absolut Besonderes».

«Vor allem für mich jetzt in meiner Situation als Trainer wäre es sensationell», meinte er vielsagend. «Als Spieler mit Barcelona oder Real Titel zu gewinnen, war einfacher. Nunmehr mit Getafe, einem so kleinen Verein - das wäre schon eine tolle Geschichte, die man nie vergisst.» Der Wirbel um seine Person und ein angeblicher Vorvertrag mit dem Lokalrivalen Real hat Getafes Vorbereitung auf das wichtigste Spiel der Club-Geschichte allerdings empfindlich gestört. Clubchef Angel Torres drohte Real mit einem Bericht an den Weltverband FIFA, falls eine von Schuster (Vertrag bis 2008 bei Getafe) dementierte schriftliche Vereinbarung mit Real doch existieren sollte.

Schuster hatte zuvor erklärt, er sei «bereit» zur Übernahme des Traineramts beim spanischen Rekordchampion. Im Moment aber denke er «nur an das Pokalfinale» - und zog sich mit seinem Team zurück. Während Capello dem Trubel entrann und das Weite suchte (Urlaub in China und dem Tibet), will Real Schusters Verpflichtung dem Vernehmen nach in der kommenden Woche - nach dem Cupfinale - bekannt geben.

In Spanien beherrscht der Deutsche seit Tagen die Titelseiten der Sportpresse, die ihn längst wie den neuen Real-Coach behandelt. «Mit Schuster kommt die Revolution», schrieb «Marca» und gab ihm erste Ratschläge mit auf den Weg. Sechs bis acht neue Asse seien nötig. Auf dem Wunschzettel: Kaká (AC Mailand), Arjen Robben (Chelsea), Daniel Alves (FC Sevilla) und Gaby Milito (Real Saragossa). Schuster selbst versucht, sich etwas zurückzuhalten. «Das einzige, was Real Madrid jetzt nicht braucht, ist einen neuen Trainer», sagte er dem Radiosender SER und versicherte erneut, er habe noch nichts unterschrieben.


Im nächsten Atemzug deutete er aber an, wo es wohl wirklich langgeht. Auf die Frage, ob er es schaffen werde, bei Real - im Gegensatz zu Capellos Defensiv-Fußball - einen neuen Stil einzuführen, antwortete er: «Wenn es mir mit bescheidenen Clubs wie UD Levante, CD Xerez und dem FC Getafe gelungen ist, guten Fußball zu spielen, warum sollte es nicht auch bei Real Madrid klappen?» David Beckhams Verlust bedauert er: «Schade, dass er gegangen ist. In Los Angeles wird er sich wie eine Auster langweilen. Er hätte bei Real noch zwei oder drei gute Jahre haben können.»

Capello kalkuliert seine Ablösung zumindest ein. «Das ist wie eine Münze in die Luft zu werfen», sagte er dem «kicker» zu seiner unsicheren Zukunft und auf die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit auf einen Verbleib sei. «Von meiner Seite aus kann ich nur sagen, dass ich bleiben will, um die Champions League zu gewinnen.»

Der Trainer-Routinier gab zu, dass der jüngste Titelgewinn für ihn der schwierigste war. «Mit Sicherheit. Denn vom ersten Tag an fühlte ich mich wie ein Lachs, der gegen den Strom schwimmen muss.» Mit seinen Mitarbeitern habe er bei Real ein echtes Team geschaffen, das es zuvor nicht gab, und ein Wunder vollbracht», so der Italiener süffisant. Sollte er wie erwartet als Coach abgelöst werden, «dann gehe ich stilvoll und erhobenen Hauptes», sagte Capello. Und wenn nicht? «Dann spiele ich eben wieder den Lachs.»

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