US-Auswahl gehen in der Heimat die Gegner aus
Boston (dpa) - 15.06.2007, 11:16 Uhr
Bob Bradley möchte das US-Team an die internationale Spitze heranführen.
Das Fußball-Team der USA sehnt beim CONCACAF-Goldcup nach dem souveränen Durchmarsch in der Vorrunde einen echten Gegner herbei. Mit Siegen gegen Guatemala, Trinidad & Tobago und El Salvador wartet im Viertelfinale der Meisterschaft von Nord- und Zentralamerika mit Panama ein weiterer Underdog auf die US-Boys. «Wir sind der Titelverteidiger und wir sind der Gastgeber, deshalb nehmen wir jedes Spiel und jeden Gegner ernst», sagte US-Trainer Bob Bradley zwar. Doch der Coach hat auch erkannt: «Wir müssen uns mit Brasilien, Argentinien und den Top-Teams aus Europa messen.» Deshalb lässt sich der 49-Jährige auf ein Mammutprogramm ein. Unmittelbar nach Ende des Goldcups fliegt das US-Team zur Copa America nach Venezuela. Bradleys Vorgänger Bruce Arena hatte die Südamerika-Meisterschaft trotz wiederholter Einladungen seit 1997 stets gemieden. Das sei schließlich ein anderer Verband. Außerdem erhielten die Spieler keine Freigabe von ihren MLS-Clubs.
Doch inzwischen denkt man anders. Es reiche einfach nicht aus, nur alle vier Jahre bei einer WM gegen die ganz Großen zu spielen, betont Peter Nowak, früher Bundesliga-Profi bei Dynamo Dresden und 1860 München und seit Dezember vergangenen Jahres Co-Trainer der US-Nationalmannschaft. So wertvoll Siege gegen zentralamerikanische Fußball-Zwerge auch sein mögen, sportlich bringen sie die US-Spieler nicht weiter. Das hat schon die WM vor einem Jahr in Deutschland gelehrt. Als Nummer fünf der Weltrangliste kamen die Amerikaner zum Turnier. Ohne Sieg und mit nur einem - wenn auch überraschenden - Unentschieden gegen den späteren Champion Italien fuhren sie wieder heim. Bradley und Nowak freuen sich bei der Copa America vom 26. Juni bis 15. Juli auf ihre erste richtig große Herausforderung. Und die wartet in Argentinien gleich im ersten Vorrundenspiel. Die weiteren Kontrahenten heißen Kolumbien und Paraguay. Doch zunächst heißt der Gegner in Foxborough Panama. Bayer Leverkusens Ex-Profi Landon Donovan hätte sich für das Viertelfinale des Goldcups lieber Mexiko gewünscht. Das wäre sportlich eine Herausforderung gewesen und hätte zudem ein volles Haus garantiert. Zuletzt spielten der 25- jährige Mittelfeldspieler und seine Kollegen gegen El Salvador vor nur 15 000 Zuschauern, mindestens die Hälfte davon aus Lateinamerika. |