Der Vereinspräsident von Real Madrid, Ramón Calderón, hat mit einem Besuch des French-Open-Finales zwischen Rafael Nadal und Roger Federer für Wirbel gesorgt. Spanische Zeitungen hielten dem Clubchef vor, sich beim spanischen Tenniscrack in Paris angebiedert zu haben.
Der Boss des Fußball-Rekordmeisters habe sich ohne Einladung auf der Tribüne in den Bereich eingeschmuggelt, der eigentlich den Angehörigen von Nadal vorbehalten war. Ein Familienmitglied habe dem Real-Clubchef Platz machen und auf einer Treppenstufe sitzen müssen, berichtete die Zeitung «ABC». Real bestritt diese Darstellung. Calderón habe doch eine Einladung der Familie Nadal gehabt, erklärte ein Vereinssprecher. Calderón hatte nach Presseberichten als einer der ersten Prominenten Nadal zum Sieg zu gratulieren - noch vor den Eltern des Tennisstars.
Er soll auch Nadal zur Teilnahme an der Meisterschaftsfeier eingeladen haben für den Fall, dass Real den Titel gewinne. Toni Nadal, der Trainer und Onkel des Roland-Garros-Siegers, wies die Einladung empört zurück: «Dort hat Rafael nichts zu suchen.» Der Tennis-Star ist zwar ein Anhänger von Real, aber er respektiert auch den FC Barcelona, für den sein anderer Onkel Miguel Angel Nadal jahrelang gespielt hat.
Calderón wird in Spanien ein Hang zu Peinlichkeiten nachgesagt. Am Samstag hatte er nach dem Spiel Real Saragossa gegen Real Madrid (2:2) im Stadion eine Ehrenrunde gedreht, obwohl der Titelgewinn längst nicht feststand.