Vereinspräsident Ramón Calderón vergoss Freudentränen und stürmte aus der Ehrenloge hinab auf den Rasen. In Jubelpose baute er sich vor den Fans auf und drehte eine Ehrenrunde. In Madrid strömten fast 1000 Anhänger am Cibeles-Platz zusammen und «probten» die Meisterschaftsfeier. Mallorcas Trainer Gregorio Manzano warnte: «Wartet mal ab! Real muss erst noch gegen uns spielen.» Als Helden des Tages feierten die Madrilenen ihren Torjäger van Nistelrooy. Der Niederländer hatte bereits in der 56. Minute das 1:1 erzielt, nachdem Diego Milito (31.) Saragossa per Handelfmeter in Führung gebracht hatte. Milito (63.) schoss auch das 2:1 für die Gastgeber, das den Rekordmeister fast aus allen Titelträumen riss. Van Nistelrooy kann nun sogar noch Europas Torschützenkönig werden. Mit 25 Toren liegt er nur einen Treffer hinter Francesco Totti (AS Rom). «Der Goldene Schuh zählt jetzt nicht, wir wollen Meister werden», betonte der 30-Jährige, der nach seinem Weggang von Manchester United in Spanien einen zweiten Frühling erlebt. Tiefe Niedergeschlagenheit herrschte dagegen beim FC Barcelona, der eine Stunde lang alleiniger Tabellenführer gewesen war. «Wir müssen das erst noch verdauen», meinte Trainer Frank Rijkaard. Barça rangiert vor dem letzten Spieltag punktgleich mit Real an der Tabellenspitze, ist aber auf ein Stolpern der Madrilenen angewiesen. In Spanien zählt bei Punktegleichheit der direkte Vergleich - und den hat Real gewonnen. «Nun hilft nur noch ein Wunder», titelte die in Barcelona erscheinende Sportzeitung «El Mundo Deportivo». Das Konkurrenzblatt «Sport» ging noch einen Schritt weiter: «Barça verschenkt den Titel.» Espanyols Kapitän Raúl Tamudo (29.) hatte den UEFA-Cupfinalisten, für den es um nichts mehr ging, in Führung gebracht. Messi (43.) erzielte mit der Hand das 1:1. «Ich habe mich über das Tor gefreut, weil wir damit den Ausgleich geschafft haben», gestand er später ein. Messi (56.) erzielte später auch das 2:1, diesmal mit dem Fuß. Tamudo (88.) vermasselte mit seinem Tor zum 2:2 den Blau-Roten wahrscheinlich die Meisterschaft. Der FC Barcelona hatte auf den gesperrten Ronaldinho verzichten müssen. Der Brasilianer ließ sich gar nicht erst im Stadion blicken, sondern sah sich die Partie daheim im Fernsehen an. «Barça hatte nach dem Gewinn der Champions League vor einem Jahr eine Epoche prägen wollen», erinnerte «Sport». «Aber keine zwölf Monate später bricht das Team in sich zusammen und wird in dieser Saison wohl leer ausgehen.» Die Katalanen müssen am letzten Spieltag beim Absteiger Gimnàstic Tarragona antreten.
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