Real feiert verfrüht die Meisterschaft
Madrid (dpa) - 10.06.2007, 13:49 Uhr
Reals David Beckham (r) verteidigt gegen Chus Herrero von Real Saragossa.
Real Madrid ist in 18 Sekunden aus der tiefsten Fußballhölle in den siebten Himmel des Glücks aufgestiegen. Für die «Königlichen» schien am vorletzten Spieltag der Primera División alles verloren zu sein. Madrid lag in der 88. Spielminute bei Real Saragossa 1:2 zurück, der Titelrivale FC Barcelona führte im Lokalderby gegen Espanyol 2:1 und war auf dem besten Wege, zum dritten Mal in Serie spanischer Meister zu werden. Dann geschah Unglaubliches: Ruud van Nistelrooy erzielte das 2:2 für die sich verzweifelt aufbäumenden Madrilenen, und 18 Sekunden später kassierte Barça den Ausgleichstreffer durch Raúl Tamudo. Diese zwei Tore stellten plötzlich alles auf den Kopf: Real hat es nun selbst in der Hand, im heimischen Bernabéu-Stadion mit einem Sieg über RCD Mallorca sich den Titel zu sichern.
Der Vorstand, die Spieler und die Fans feierten, als wären die «Königlichen» schon Meister. Die Profis lagen sich nach dem Abpfiff im Romareda-Stadion jubelnd in den Armen. Vereinspräsident Ramón Calderón vergoss Freudentränen und stürmte aus der Ehrenloge hinab auf den Rasen. In Jubelpose baute er sich vor den Fans auf und drehte eine Ehrenrunde. In Madrid strömten fast 1000 Anhänger am Cibeles-Platz zusammen und «probten» die Meisterschaftsfeier. Mallorcas Trainer Gregorio Manzano warnte: «Wartet mal ab! Real muss erst noch gegen uns spielen.» Als Helden des Tages feierten die Madrilenen ihren Torjäger van Nistelrooy. Der Niederländer hatte bereits in der 56. Minute das 1:1 erzielt, nachdem Diego Milito (31.) Saragossa per Handelfmeter in Führung gebracht hatte. Milito (63.) schoss auch das 2:1 für die Gastgeber, das den Rekordmeister fast aus allen Titelträumen riss. Van Nistelrooy kann nun sogar noch Europas Torschützenkönig werden. Mit 25 Toren liegt er nur einen Treffer hinter Francesco Totti (AS Rom). «Der Goldene Schuh zählt jetzt nicht, wir wollen Meister werden», betonte der 30-Jährige, der nach seinem Weggang von Manchester United in Spanien einen zweiten Frühling erlebt. |