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Favoriten ohne Blöße - Griechenland im Glück

Frankfurt/Main (dpa) - 07.06.2007, 13:30 Uhr

Der Italiener Fabio Quagliarella wird nach einem Tor überschwenglich gefeiert.
Der Italiener Fabio Quagliarella wird nach einem Tor überschwenglich gefeiert.

Superstar David Beckham verzückte England, Nobody Fabio Quagliarella beglückte Weltmeister Italien und Joker Nikolaos Liberopoulos rettete Titelverteidiger Griechenland: Die Favoriten siegten am letzten Spieltag der EM-Qualifikation vor der Sommerpause.

Mit ihren Erfolgen brachten sich die Großmächte des europäischen Fußballs in eine günstige Ausgangsposition für den herbstlichen Endspurt um die Tickets zur EURO 2008. Lediglich WM-Teilnehmer Polen patzte beim 0:1 in Armenien. Dagegen punkteten auch die Tabellenführer Frankreich (1:0 gegen Georgien/Gruppe B), Schweden (5:0 gegen Island/Gruppe F) und Rumänien (2:0 gegen Slowenien/Gruppe G) dreifach.

Englands Presse huldigte nach dem 3:0 in Estland «König Becks», der als Retter des umstrittenen Trainers Steve McClaren gefeiert wurde. «Beckham war Meisterklasse», titelte die «Daily Mail». Der Mittelfeldspieler bereitete zwei Tore mit mustergültigen Flanken vor und wurde danach mit Lob überschüttet. «Das ist, was wir wollen: David Beckham, den Fußballer. Wenn er so spielt, ist er ein sehr, sehr guter Fußballer», sagte McClaren.

Der nach der WM 2006 ausgemusterte Beckham war mit dem zweiten Spiel nach seiner Rückkehr zufrieden. «Ich bin stolz, für mein Land zu spielen», sagte der im Sommer nach Los Angeles wechselnde Star. Mit 14 Punkten hält England in der Gruppe E Anschluss an die Konkurrenz aus Kroatien (17), Israel (17) und Russland (15). «Jetzt haben wir die Qualifikation wieder in unserer Hand», meinte Beckham.

Italien feierte nach dem 2:0 in Litauen den Doppel-Torschützen Fabio Quagliarella. «Ein Star ist geboren. Bum-Bum Quagliarella - zwei Meisterwerke von Toren», jubelte die «La Gazzetta dello Sport». Der 23 Jahre alte Stürmer von Sampdoria Genua sorgte bei seinem ersten Länderspieleinsatz von Beginn an mit dem Doppelschlag in der 31. und 45. Minute im Alleingang für den Sieg des Weltmeisters. «Die Saison hätte für mich nicht besser enden können», sagte der Torschütze.


Mit 16 Punkten hält die «Squadra Azzurra» als Tabellenzweiter in der Gruppe B hinter Frankreich (18) und vor Schottland (15) wieder alle Trümpfe in der Hand. «Quagliarella war fantastisch. Das war die Antwort auf die Kritiken», frohlockte der zuletzt umstrittene Trainer Roberto Donadoni. «Donadoni genießt seine Rache», titelte die Zeitung «L'Unione Sarda» folgerichtig.

Otto Rehhagel durfte sich nach dem 2:1-Sieg mit Griechenland gegen Schlusslicht Moldawien wie «Hans im Glück» fühlen. In der 63. Minute wechselte er den vom 1. FC Nürnberg umworbenen Liberopoulos für Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas ein. Der Joker bewahrte den Titelverteidiger mit seinem Siegtor in der 94. Minute vor einer Blamage. «Ich habe schon mehrmals solche Situationen erlebt. Es war nicht der erste Fußball-Thriller für mich», sagte Rehhagel.

Griechenlands Zeitungen überschlugen sich dagegen beinahe in ihren Kommentaren. «Von der Hölle ins Paradies», schrieb «Eleftheros Typos» und «Sporttime» stellte fest: «Otto hat Lotto gespielt und gewonnen. Liberopoulos rettete seine überheblichen Kollegen und Rehhagel.» Mit 18 Punkten führen die Griechen die Tabelle der Gruppe C vor Norwegen, der Türkei und Bosnien-Herzegowina (alle 13) an.

Keine Blöße gab sich Spanien in der Gruppe F. Beim 2:0 gegen Fußball-Zwerg Liechtenstein konnten die Iberer aber erneut nicht überzeugen. «Ein Supertor von David Villar per Fallrückzieher war fast schon alles. Viel mehr hatte Spanien nicht zu bieten», kritisierte die Zeitung «As». Bei einem Spiel mehr haben die Spanier als Tabellenzweiter wie Spitzenreiter Schweden 15 Punkte auf ihrem Konto. Die Skandinavier überzeugten vier Tage nach dem abgebrochenen Match in Dänemark mit einem 5:0-Schützenfest gegen Island. «Das war heute ein etwas normaleres Spiel», stellte Assistenztrainer Roland Andersson fest. Auch Nordirland (13) und Dänemark (10) nach dem 2:0 in Lettland sind weiter im Rennen.

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