Das Zauberwort zur Lösung des Ticketproblems soll wie bei der WM Public Viewing heißen. Neben den Spielorten werden in zahlreichen weiteren Städten in Österreich und der Schweiz Großbildleinwände aufgestellt, um den Fans die Möglichkeit zu geben, die Partien zu verfolgen. Auch das Konzept der Fanmeilen wird übernommen. In Wien wird sie vom Rathausplatz bis zum Heldentor erstrecken, was wohl auch einen zeitweiligen Umzug des berühmten Burgtheaters notwendig macht. Erstmals seit 2000 in Belgien und den Niederlanden findet eine EM wieder in zwei Ländern statt. Und die Probleme der Organisatoren gleichen sich erneut. Unterschiedliche Regierungs- und Steuersysteme, Währungen und teilweise auch Sprachen machen den Planungsalltag nicht leichter. «Jetzt beginnt die heiße Phase der Umsetzung. Es gibt viel zu tun, aber es wird uns gelingen», versprach der österreichische Verbandschef Friedrich Stickler. Viel zu tun hatte Stickler auch schon in den vergangenen Wochen. Die Finanzskandale in der heimischen Bundesliga warfen kurz vor dem Jahrescountdown kein gutes Licht auf Österreichs Fußball. Negative Auswirkungen sehen die EM-Macher nicht. «Das hat aber mit der EM nichts zu tun, das wird die EM nicht beeinträchtigen», sagte Kallen. In den Tourismusländern hoffen Gastronomie und Hotelgewerbe auf einen massiven Gewinnanstieg. Für Österreich errechnete ein Wirtschaftsinstitut 207 Millionen Euro sollen durch Fußball-Touristen in den Kassen klingeln. 123,84 Millionen Euro sollen davon letztlich übrig bleiben. Bleibt nur die Sorge um die sportliche Form der Gastgeber. Während das deutsche Team auch von Franz Beckenbauer zum Titelfavoriten ernannt wurde, leidet Österreichs Nationalmannschaft unter akutem Talentmangel. Sogar die bescheidene Zielvorgabe des Trainers Josef Hickersberger, die Vorrunde zu überstehen, wird belächelt. Auch in der Schweiz ist nach dem ernüchternden Ausscheiden im WM-Achtelfinale im Elfmeterschießen gegen die Ukraine die ganz große Euphorie noch nicht wieder eingekehrt. Nationalcoach «Köbi» Kuhn, 2006 immerhin zum «Schweizer des Jahres» gekürt, bleibt aber optimistisch und will den Titel holen. Sollte dies gelingen, hätte Kuhn sicher einen ähnlichen Status wie Nationalheld Wilhelm Tell.
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