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Sportliche Sorgen bei EM-Gastgebern

Wien/Genf (dpa) - 06.06.2007, 13:11 Uhr

Die Schweizer Fans setzen viel Hoffnung in ihren Nationaltrainer «Köbi» Kuhn.
Die Schweizer Fans setzen viel Hoffnung in ihren Nationaltrainer «Köbi» Kuhn.

In der Schweiz und Österreich laufen die EM-Vorbereitungen nach Plan. Nur um die Stimmung unter den heimischen Fans steht es nicht gut, denn die Nationalteams beider Länder stecken zwölf Monate vor dem großen Fußballfest in der Krise.

Nach einer Serie schwacher Ergebnisse im WM-Jahr 2006 glaubt vor allem in Österreich kaum jemand an ein erfolgreiches Abschneiden. Die Zielvorgabe von Trainer Josef Hickersberger («Wir wollen ins Viertelfinale») wird allenthalben belächelt. Und auch bei den Eidgenossen ist nach dem unglücklichen Ausscheiden bei der WM 2006 durch ein blamables Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen die Ukraine Ernüchterung eingekehrt.

Zwar will der Nationaltrainer Jacob «Köbi» Kuhn weiterhin den EM-Titel holen, doch bis zum Eröffnungsspiel am 7. Juni in Basel gibt es noch viel zu tun. Das gilt noch mehr für seinen österreichischen Kollegen Hickersberger, dessen Trainerstuhl nach einigen peinlichen Niederlagen 2006 bereits wackelte. Schlappen gegen Ungarn, Kroatien, Venezuela und Schottland, dazu mühsame Unentschieden gegen Malta und Paraguay oder ein als «Arbeitssieg» bezeichneter 2:1-Erfolg über den Fußballzwerg Liechtenstein haben nicht dazu beigetragen, das Vertrauen in das rot-weiß-rote Team zu stärken.

Das grundsätzliche Problem in Österreichs Profifußball ist der akute Talente-Mangel. Anders als die Schweiz hat die Alpenrepublik zu spät mit einer gezielten Nachwuchsförderung begonnen. Österreichs zuletzt durch Finanzskandale massiv erschütterte Bundesliga beschäftigt inzwischen so viele Ausländer, dass selbst erprobte Nationalspieler auf der Reservebank sitzen. Frustriert ließ sich etwa Ivanschitz von Red Bull Salzburg an Panathinaikos Athen ausleihen, weil er bei dem Meisterteam nur «zweite Wahl» war.

Ob es Hickersberger gelingt, die Mannschaft bis zu ihrem ersten Spiel am 8. Juni in Wien in Turnierform zu bringen, wird deshalb bezweifelt. Mangelnde Klasse, so versprach Hickersberger, werde man aber zumindest durch Fleiß wettmachen. «Wir werden nicht die beste, aber eine der fittesten Mannschaften 2008 haben», verkündete der Trainer.


Auf mehr sportliches Talent kann da sein Schweizer Kollege Kuhn bauen. Zu seinem derzeit 29 Spieler umfassenden A-Kader gehören immerhin zehn Profis, die in der 1. oder 2. deutschen Bundesliga ihr Geld verdienen. Doch nach dem Ausscheiden bei der WM sind die Vorbereitungen der Eidgenossen etwas ins Stocken geraten. In der Folge setzte Kuhn Anfang des Jahres den erprobten Mannschaftskapitän Johann Vogel ab und ersetzte ihn durch den bei Borussia Dortmund spielenden Alexander Frei, der wegen seiner Hüftoperation aber nun lange fehlen wird.

Um Kuhns Arbeit effizienter zu machen, will der Schweizer Verband dem beliebten Trainer mit dem ehemaligen Bundesligaprofi Adrian Knup bis zur EM einen Teammanager zur Seite zu stellen, der ihn nach dem deutschen Modell mit Oliver Bierhoff vor allem bei der Öffentlichkeitsarbeit entlasten soll. Ein Einzug bis ins Halbfinale - ganz nach deutschem WM-Vorbild - würde die Fans in Österreich und der Schweiz sicherlich glücklich stimmen.

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