Ukraine/Polen: EM als Signal für Ost-Integration
Kiew/Warschau (dpa) - 14.04.2007, 14:18 Uhr
Ukrainische Fußballfans bejubeln in Kiew einen Sieg ihres Teams bei der WM 2006.
Eine erfolgreiche Kandidatur um die Ausrichtung der EM-Endrunde 2012 würde in der Ukraine und Polen als Signal für die Integration des osteuropäischen Fußballs verstanden werden. «Die UEFA will doch ausdrücklich den Fußball im Osten entwickeln. Da ist unsere Doppel-Bewerbung mit Polen die beste Wahl», meint ein Fußball-Funktionär aus Kiew. Allerdings ist die Ukraine durch den neu entbrannten Machtkampf politisch tief gespalten, was Partner Polen mit Besorgnis beobachtet. «Die politische Situation in der Ukraine ist sicher kein Plus für unsere gemeinsame Bewerbung», sagt Polens Fußball-Legende Zbigniew Boniek. Die EM werde allerdings erst in fünf Jahren ausgerichtet. Bis dahin seien die Hauptfiguren im aktuellen ukrainischen Machtpoker womöglich längst Geschichte.
Die Heimat der Fußball-Idole Oleg Blochin und Andrej Schewtschenko will nach dem Erreichen des Viertelfinales bei der WM 2006 in Deutschland mit der EURO 2012 ihren Ruf als führende osteuropäische Fußball-Nation festigen. Gewalt in den Stadien ist in der Ukraine so gut wie nicht bekannt. Dagegen stellen im Nachbarland die Hooligans ein großes Problem dar. Zudem wirft seit einem Jahr ein Korruptions-Skandal im polnischen Profifußball einen Schatten auf die Bewerbung. Sollte der Zuschlag an Polen und die Ukraine gehen, liegt eine Staatsgarantie der ukrainischen Regierung für die Finanzierung der Baumaßnahmen vor. Auf jeden Fall soll 2008 in Donezk eines der modernsten Stadien Europas in Betrieb genommen werden. Die Arenen in Kiew, Dnepropetrowsk sowie in Lwiw werden von Grund auf renoviert. 4700 Kilometer Straßen «europäischen Standards» sollen ebenso gebaut werden wie 200 Hotels. Für die Modernisierung der ukrainischen Flughäfen sind 70 Millionen Euro eingeplant. |