Trainer-Konflikt in Frankreich
Paris (dpa) - 21.03.2007, 09:59 Uhr
Raymond Domenech reagiert auf Kollegen-Kritik mit harschen Worten.
Frankreichs WM-Euphorie ist längst verflogen, die Fußball-Stimmung fast auf dem Nullpunkt, und der Konflikt zwischen Nationalcoach und Vereinstrainern droht zu eskalieren. Kurz vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel in Litauen gibt der Vize-Weltmeister ein trauriges Bild ab. Im Mittelpunkt der Krisenstimmung steht wieder einmal der von vielen ungeliebte Raymond Domenech. Mit harschen Worten reagierte der Chefcoach auf französische Kollegen-Kritik und attackierte direkt Arsene Wenger vom FC Arsenal. «Wenger fängt an, mich ernsthaft zu ermüden. Wenger fängt an, viele zu ermüden», sagte Domenech. Der Londoner Club-Coach hatte wie seine Kollegen Gérard Houllier vom französischen Meister Olympique Lyon und dem 1998-Weltmeister und Trainer von Juventus Turin, Didier Deschamps, Domenech für dessen angeblich schlechten Kommunikationsstil gerügt. «Ich bin nicht derjenige, der angreift, ich bin der, der antwortet», konterte Domenech in der Sportzeitung «L'Équipe». Schon vor dem unerwarteten und erst im Finale von Italien gestoppten Siegeszug bei der WM war der 55-Jährige in seiner Heimat mit seiner kauzigen Art immer wieder angeeckt.
Und der WM-Bonus ist nun wieder aufgebraucht. «Das Einzige, was jetzt zählt, ist die Vorbereitung auf das Spiel in Litauen», sagte Domenech. Der Appell zur Konzentration scheint notwendig. In der Gruppe B liegt der Weltmeister von 1998 zwar punktgleich hinter Überraschungsspitzenreiter Schottland auf Platz zwei, doch die Konkurrenz ist in Weltmeister Italien und WM-Viertelfinalist Ukraine namhaft und stark. Zur schlechten Stimmung tragen aber auch maßgeblich Frankreichs Spitzenclubs bei. Olympique Lyon ist seit Jahresbeginn in der Krise und hat sich nun auch noch aus der Champions League verabschiedet. Paris St. Germain, einer der beliebtesten Vereine der Grande Nation, hat gerade einmal einen aktuellen Nationalspieler in den Reihen der Équipe Tricolore. Torwart Mikael Landreau verlor mit seinem Verein mit 0:1 beim Abstiegs-Konkurrenten Stade Rennes. |