Sedan (dpa) - 04.03.2007, 11:34 Uhr
Der 27. Spieltag der 1. französischen Fußball-Liga ist von Zuschauer-Ausschreitungen überschattet worden.
Drei Monate nach den unrühmlichen Zwischenfällen beim UEFA-Cup-Spiel von Feyenoord Rotterdam beim AS Nancy sorgten im Abstiegsduell der Ligue 1 zwischen dem CS Sedan und Paris St. Germain (2:0) erneut 80 niederländische Hooligans für Krawalle. Nach Angaben der Sportzeitung «L'Équipe» handelt es sich um Fans des niederländischen Erstligisten FC Utrecht, die bereits am Samstagnachmittag in der Innenstadt der grenznahen Ardennenstadt Pariser Anhänger provoziert hatten.
30 Minuten vor Anpfiff der Partie gingen die Niederländer auf der Tribüne auf rund 500 mitgereiste Fans aus der Hauptstadt los. Da der Sicherheitsdienst des gastgebenden Vereins zunächst nicht eingriff und die Polizei ebenfalls zögerte, waren die Gäste auf ihre mitgereisten Sicherheitskräfte angewiesen, von denen eine Person mit einer schweren Rückenverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sedan und Utrecht sind durch den 2005 verstorbenen Spieler David di Tommaso auf tragische Art miteinander verbunden. Der Franzose war 2004 von Sedan in die Niederlande gewechselt.
Beim Aufeinandertreffen der Erzrivalen AS St. Etienne und Meister Olympique Lyon (1:3) kam es ebenfalls zu Krawallen. Die Polizei musste Tränengas einsetzen und der Schiedsrichter die Partie für rund 20 Minuten unterbrechen, weil sich das Tränengas auf dem Spielfeld breit gemacht hatte. Titelverteidiger Olympique Lyon siegte dennoch sicher und führt die Tabelle mit 61 Punkten weiter unangefochten an.