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Nach Querelen: Barça lässt Eto'o davonkommen

Madrid (dpa) - 14.02.2007, 18:51 Uhr

Samuel Eto'o (l) und Ronaldinho haben sich ausgesprochen.
Samuel Eto'o (l) und Ronaldinho haben sich ausgesprochen.

Der FC Barcelona hat Quertreiber Samuel Eto'o ungeschoren davonkommen lassen. Sein verbaler Rundumschlag gegen Vereinsführung, Trainer Frank Rijkaard und Superstar Ronaldinho blieb für den Kameruner damit ohne Folgen.

Es habe sich nur um ein Missverständnis gehandelt, wiegelte Sportdirektor Txiki Begiristain nach einem Krisengespräch mit Rijkaard ab. Begiristain bemühte sich, das Bild von der heilen Welt beim spanischen Fußballmeister zu vermitteln. «Der beste Freund von Eto'o ist Ronaldinho», meinte der Sportdirektor. Die Mannschaft habe sich zusammengesetzt und auf Vermittlung von Kapitän Carles Pujol ausgesprochen. «Wir schauen jetzt wieder nach vorn. Wir haben schwere Spiele vor uns», sagte Rijkaard. Ob nun wieder Ruhe einkehrt, ist zweifelhaft.

Schließlich hatte hatte Eto'o in den vergangenen Tagen für mächtig Wirbel gesorgt und die katalanische Fußball-Idylle gestört. Drei Jahre hatte der FC Barcelona die Fans mit seinem Kombinationsspiel entzückt. Mit seinem Hurra-Fußball gewann Barça zwei Mal die spanische Meisterschaft und in der vorigen Saison auch noch die Champions League.

Mit dieser Herrlichkeit schien es nun vorbei zu sein. Torjäger Eto'o richtete mit seinem verbalen Rundumschlag schweren Schaden an. «Barça wird nicht mehr das sein, was es war», meinte die Zeitung «La Vanguardia». Das Fachblatt «Sport» titelte: «Eto'o zündet eine Bombe in der Barça-Kabine.»

Der Kameruner, der vier Monate wegen eines Meniskusrisses hatte pausieren müssen, hatte sich regelrecht in Rage geredet. Rijkaard bezeichnete er als einen «schlechten Menschen»; Ronaldinho hielt er vor, nur an sich und das Geld zu denken; und der Vereinsführung legte er zur Last, in zwei Lager gespalten zu sein. In einer Radiosendung erhielt Eto'o die Gelegenheit, seine explosiven Äußerungen zurückzunehmen. Aber er dachte nicht daran. «Ich habe nichts richtig zu stellen», betonte er. Nur mit dem «schlechten Menschen» habe er nicht Rijkaard gemeint, sondern «einen Mitspieler».


Der Streit hatte damit begonnen, dass Eto'o im Punktspiel gegen Racing Santander seine Einwechselung verweigert hatte. Rijkaard machte keine Anstalten, den Stürmer zu schützen und gestand dessen Arbeitsverweigerung offen ein. Ronaldinho forderte seinen Kollegen auf, zuerst an die Mannschaft zu denken.

Einige Kommentatoren meinten, dass Eto'o und Ronaldinho auf Dauer wohl nicht mehr in einem Team zusammen spielen können und einer von ihnen - wahrscheinlicher Eto'o - zum Saisonende transferiert werden sollte. Dazu passen auch die Worte von Altstar Johan Cruyff, der die Katalanen aufgefordert hatte, den Kader zu erneuern.

Mit dem Zwist explodierte eine Zeitbombe, die seit langem getickt hatte. Schon häufiger war von Spannungen zwischen Eto'o und Ronaldinho die Rede gewesen. Der Kameruner konnte es schwer ertragen, dass der Brasilianer immer alles Lob und die Auszeichnungen zum Fußballer des Jahres erhielt. Anders als Ronaldinho ist Eto'o im Kader eher auf sich allein gestellt. «Wenn ich Etoodinho hieße, käme ich bei den Leuten besser an», sagte der Kameruner einmal.

Am Mittwoch übten die Stars sich in Schadensbegrenzung. Vor dem Training reichten Eto'o und Ronaldinho sich in der Kabine die Hand zur Versöhnung. Anschließend umarmten sie sich auf dem Platz vor TV- Kameras. Kapitän Pujol versuchte, die Wogen zu glätten: «Es war alles nur ein Missverständnis. Das Thema hat sich erledigt.»

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