Der Streit hatte damit begonnen, dass Eto'o im Punktspiel gegen Racing Santander seine Einwechselung verweigert hatte. Rijkaard machte keine Anstalten, den Stürmer zu schützen und gestand dessen Arbeitsverweigerung offen ein. Ronaldinho forderte seinen Kollegen auf, zuerst an die Mannschaft zu denken. Einige Kommentatoren meinten, dass Eto'o und Ronaldinho auf Dauer wohl nicht mehr in einem Team zusammen spielen können und einer von ihnen - wahrscheinlicher Eto'o - zum Saisonende transferiert werden sollte. Dazu passen auch die Worte von Altstar Johan Cruyff, der die Katalanen aufgefordert hatte, den Kader zu erneuern. Mit dem Zwist explodierte eine Zeitbombe, die seit langem getickt hatte. Schon häufiger war von Spannungen zwischen Eto'o und Ronaldinho die Rede gewesen. Der Kameruner konnte es schwer ertragen, dass der Brasilianer immer alles Lob und die Auszeichnungen zum Fußballer des Jahres erhielt. Anders als Ronaldinho ist Eto'o im Kader eher auf sich allein gestellt. «Wenn ich Etoodinho hieße, käme ich bei den Leuten besser an», sagte der Kameruner einmal. Am Mittwoch übten die Stars sich in Schadensbegrenzung. Vor dem Training reichten Eto'o und Ronaldinho sich in der Kabine die Hand zur Versöhnung. Anschließend umarmten sie sich auf dem Platz vor TV- Kameras. Kapitän Pujol versuchte, die Wogen zu glätten: «Es war alles nur ein Missverständnis. Das Thema hat sich erledigt.»
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