«Eto'o sprengt Barcelonas Erfolgsteam»
Madrid (dpa) - 14.02.2007, 14:44 Uhr
Die Stimmung um Samuel Eto'o beim FC Barcelona ist angespannt.
Drei Jahre hatte der FC Barcelona die Fußballwelt mit seinem Kombinationsspiel in Entzückung versetzt. Ronaldinho bezauberte die Fans nicht nur mit seinem Tricks, sondern auch mit seinem Lächeln. Samuel Eto'o riss Lücken in die gegnerische Abwehr und schoss Tore. Mit seinem Hurra-Fußball gewann Barça zwei Mal die spanische Meisterschaft und in der vorigen Saison auch noch die Champions League. Mit dieser Herrlichkeit scheint es nun vorbei zu sein. So jedenfalls sieht es ein großer Teil der spanischen Presse. Torjäger Eto'o richtete mit seinem verbalen Rundumschlag gegen die Vereinsführung, gegen Trainer Frank Rijkaard und Mitspieler Ronadinho so schweren Schaden an, dass dieser nur schwer zu beheben sein dürfte. «Barça wird nicht mehr das sein, was es war», meinte die Zeitung «La Vanguardia». Das Fachblatt «Sport» titelte: «Eto'o zündet eine Bombe in der Barça-Kabine.» Der Kameruner, der vier Monate wegen eines Meniskusrisses hatte pausieren müssen, redete sich regelrecht in Rage. Rijkaard bezeichnete er als einen «schlechten Menschen»; Ronaldinho hielt er vor, nur an sich und das Geld zu denken; und der Vereinsführung legte er zur Last, in zwei Lager gespalten zu sein. In einer Radiosendung erhielt Eto'o die Gelegenheit, seine explosiven Äußerungen zurückzunehmen. Aber er dachte nicht daran. «Ich habe nichts richtig zu stellen», betonte er. Nur mit dem «schlechten Menschen» habe er nicht Rijkaard gemeint, sondern «einen Mitspieler».
Der Streit hatte damit begonnen, dass Eto'o im Punktspiel gegen Racing Santander seine Einwechselung verweigert hatte. Rijkaard machte keine Anstalten, den Stürmer zu schützen und gestand dessen Arbeitsverweigerung offen ein. Ronaldinho forderte seinen Kollegen auf, zuerst an die Mannschaft zu denken. Einige Kommentatoren meinten, dass Eto'o und Ronaldinho auf Dauer wohl nicht mehr in einem Team zusammen spielen können und einer von ihnen - wahrscheinlicher Eto'o - zum Saisonende transferiert werden sollte. Dazu passen auch die Worte von Altstar Johan Cruyff, der die Katalanen aufgefordert hatte, den Kader zu erneuern. |