An dem Gespräch im Amtssitz von Italiens Ministerpräsident Romano Prodi geht es im Kern darum, wie die Sicherheit in und um die Fußballstadien gewahrt werden kann und ob der italienische Fußball auch am kommenden Spieltag eine Zwangspause einlegen muss. Der Ton zwischen Politik, Verbänden und Clubs wird im fieberhaften Ringen um einen Ausweg aus einer der dramatischsten Krisen des italienischen Fußballs immer schärfer. «Amato und Melandri sind inkompetent», wetterte der Präsident des FC Palermo Maurizio Zamparini. Nach dem Liga-Manipulationsskandal im vergangenen Sommer droht der Skandal und der eskalierende Streit Italiens Image kurz vor dem erhofften Zuschlag für die Ausrichtung der Europameisterschaften 2012 im April endgültig zu ruinieren. Seit den Krawallen beim Spiel zwischen Catania Calcio und dem FC Palermo (1:2) steht das Land unter Schock: Der Ball ruht, bei der landesweiten Fernsehübertragung der Trauerfeier stand das öffentliche Leben für einen Moment an vielen Orten still. Als der mit der italienischen Nationalflagge und einer Rose geschmückte Sarg mit dem 38-jährigen Toten in den Dom von Catania getragen wurde, brandete lauter Applaus auf. Die Witwe beugte sich am Altar weinend über den Sarg, der kleine Sohn salutierte wie die zahlreichen Polizistenkollegen seines Vaters. Papst Benedikt XVI. hatte ein Beileidstelegramm geschickt und verurteilte «jede Form von Gewalt, die das Fußballspiel beschmutzt». Unterdessen fahndete die Polizei weiter nach den Tätern, durchsuchte 20 Fan-Clubs und Wohnungen, beschlagnahmte Sprengkörper, Waffen und Drogen und nahm 30 Personen fest. Catanias Club-Präsident Antonio Pulvirenti nahm seinen angekündigten Rücktritt zurück und erklärte den Randalierern den Kampf: «Ich kann den Verbrechern nicht den Sieg überlassen.»
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