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Vatikan startet «Klerus Pokal» mit 16 Teams

Rom (dpa) - 20.01.2007, 16:45 Uhr

Kardinalstaatssekretär Bertone berichtet 2006 über ein Spiel der italienischen Liga.
Kardinalstaatssekretär Bertone berichtet 2006 über ein Spiel der italienischen Liga.

Die neueste Initiative des Kirchenstaates in Sachen Sport dürfte wohl kaum ohne den päpstlichen Segen aus der Taufe gehoben werden: Wie die römische Zeitung «La Repubblica» berichtet, wird der Vatikan jetzt eine eigene Fußball-Meisterschaft starten.

Dabei gilt Papst Benedikt XVI. als ausgesprochener Sportmuffel, als Schüler soll er den Turnunterricht regelrecht gehasst haben: Auch die Fußball-WM im vergangenen Sommer verfolgte der deutsche Pontifex eher nebenbei.

«Clericus Cup» (Klerus Pokal) heißt das Unternehmen, 16 Mannschaften sollen teilnehmen - vor allem Seminaristen, Kollegbesucher und junge Priester spielen mit, auch ein Team der Schweizer Garde ist dabei. Anstoß ist im Februar - das Ganze geht auf einen Fußball-verrückten Kurienkardinal zurück.

Schon vor Wochen versetzte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, immerhin die «Nummer zwei» in der Hierarchie der Weltkirche, das geistliche Rom in Aufregung. Der Vatikan wolle eine eigene Fußballmannschaft der Spitzenklasse aufbauen, «die auf der Höhe von Rom, Inter Mailand oder Genua ist», meinte der forsche Kardinal. Später musste er zurückrudern und meinte, es handele sich wohl eher um eine langfristige Vision.

Jetzt ist es aber ernst. «Beim Klerus Pokal werden viele Seminaristen aus Ländern mit großer Fußballtradition mitmachen», verkündet ein Verantwortlicher. Die Organisatoren sind sich des sportlichen Potenzials der katholischen Kirche bewusst: Viele der blutjungen Seminaristen kommen aus Fußball-Hochburgen wie Brasilien und Argentinien, die in ihrer Freizeit nichts lieber tun als kicken.


Auch an Details ist gedacht: Am Sonntag, dem Tag des Herrn, sind sportliche Begegnungen strikt untersagt. Überhaupt sind strengere Maßstäbe als im weltlichen Fußball angesagt: «Wer sich auch nur zum geringsten Fluchen, von Gotteslästerungen nicht zu reden, hinreißen lässt, muss sofort in die Kabine», schreibt «La Repubblica». Sonst sei «alles normal wie bei anderen Wettbewerben auch».

Das Ganze soll groß aufgezogen werden: Wenn in der dritten Februarwoche Anstoß ist, stehen Stars wie Francesco Totti und Angelo Peruzzi Pate, Sponsoren hätten sich bereits gemeldet. Das Endspiel finde im Juni im Olympiastadion in Rom statt - natürlich erhalte der Sieger den Pokal von niemand anderem als Kardinal Bertone verliehen.

Der Fußball-verrückte Kleriker war immer schon für Überraschungen gut: Als Joseph Ratzinger vor bald zwei Jahren zum Papst gewählt wurde, meinte Bertone, «die Kirche hat ihren Beckenbauer gefunden!» Benedikt sei «wie ein zurückgezogener Regisseur, der aber lange Pässe in die Tiefe schlagen kann».

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