Ein Vorstandsmitglied des Polnischen Fußball-Verbandes (PZPN) ist in Zusammenhang mit den Ermittlungen eines Korruptions-Skandals in der polnischen Profiliga festgenommen worden.
Der Unternehmer aus dem zentralpolnischen Lodz solle noch 18. Januar von der Staatsanwaltschaft in Breslau (Wroclaw) vernommen werden, sagte eine Polizeisprecherin der polnischen Nachrichtenagentur PAP.
Der polnische Sportminister Tomasz Lipiec sagte vor einem Krisentreffen mit dem PZPN-Präsidenten Michal Listkiewicz, in dieser Situation solle der gesamte Vorstand «so schnell wie möglich» zurücktreten. Er appelliere an das Verantwortungsgefühl von Listkiewicz und seinen Vorstandskollegen, die Konsequenzen aus dem Skandal zu ziehen, der nun auch die höchste Verbandsebene erreicht hat. Er stehe in ständigem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft, sagte Lipiec vor Journalisten in Warschau.
Polizei und Staatsanwaltschaft in Breslau ermitteln seit knapp zwei Jahren gegen Fußballer, Schiedsrichter und Verbandsmitglieder, die in den größten Korruptions-Skandal des polnischen Profifußballs verwickelt sein sollen. Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden Spiel-Ergebnisse gegen Schmiergeldzahlungen vereinbart. Bisher gab es bereits mehr als 50 Festnahmen. Kommissionen des polnischen Sportministeriums und der Finanzaufsicht überprüfen unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen seit Monaten den Fußball-Verband, um mögliche Verstrickungen in diese Affäre aufzudecken.