Liverpool nach Owen-Abgang unter Schock
Tottenham (dpa) - 15.08.2004, 13:39 Uhr
Dietmar Hamann (l) streitet mit Tottenhams Frederic Kanoute um den Ball.
Während sich der Torjäger Michael Owen bereits in der spanischen Hauptstadt mit dem Trikot seines neuen Arbeitgebers präsentierte, kam der englische Rekordmeister mit dem deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann zum Auftakt der Premier League nicht über ein 1:1 bei Tottenham Hotspur hinaus. Der Blitz-Transfer von Owen zu Real Madrid hat beim FC Liverpool Spuren hinterlassen: «Wir sind alle über seinen Weggang geschockt», meinte Kapitän Steven Gerrard, «aber wir müssen auch ohne Michael Owen weiterleben». Den vorläufigen Sprung an die Tabellenspitze schafften die Bolton Wanderers durch ein 4:1 über Charlton Athletic vor allem dank einer Gala-Vorstellung von Geburtstagskind (31) Jay Jay Okocha. Der ehemalige Bundesliga-Profi aus Nigeria leitete in der elften Minute mit einem brillanten Freistoß zum 1:0 den Sieg ein. Okocha bereitete anschließend Henrik Pedersens erstes Tor mit einem Bilderbuch-Pass vor, ehe der von 1992 bis 1996 für Eintracht Frankfurt tätige Afrikaner das 3:0 wieder selbst erzielte. In der vergangenen Saison hatte Okocha kein einziges Tor in der Premier League erzielt.
Völlige Ladehemmung hatten die Liverpooler gegen die stark ersatzgeschwächten «Spurs» zwar nicht. Doch im Spiel eins nach Owen, der für die «Reds» in 297 Partien 158 Treffer erzielt hatte, zeigte die Mannschaft des neuen Trainers Rafael Benitez nur eine durchwachsene Leistung. Djibril Cissé ließ durch seinen Führungstreffer in der 37. Minute den neuen Coach auf einen siegreichen Einstand hoffen. Der französische Angreifer war als teuerster Einkauf der Liverpool-Geschichte für 21 Millionen Euro von AJ Auxerre an die Anfield Road gewechselt und soll nun in die großen Fußstapfen des klein gewachsenen Owen treten, dessen Wechsel am Freitag offiziell bekannt gegeben worden war. «Cissé hat seine Sache gut gemacht, und hoffentlich kann er die Tore für uns erzielen, die Michael nicht mehr machen kann», meinte Kapitän Gerrard. |