Inter Mailand genießt den Platz an der Sonne
Rom (dpa) - 27.11.2006, 13:05 Uhr
Dejan Stankovic jubelt nach einem Tor.
Der «Ewige Zweite» ist endlich Erster. Nach dem 2:1-Sieg im Spitzenspiel gegen Verfolger US Palermo (27) darf sich Inter Mailand (33) zum ersten Mal in dieser Saison als wirklicher Spitzenreiter der italienischen Serie A fühlen. Der Meistertitel 2006 war Inter durch die Verurteilung von Juventus Turin und dem AC Mailand im Liga-Skandal «geschenkt» worden, den Meistertitel 2007 wollen sie sich jetzt selbst verdienen. «Ich bin so stolz, seit zwei Monaten haben wir uns keine Blöße mehr gegeben», jubelte der überragende Dejan Stankovic. Über 90 Minuten hatte Inter die Sizilianer im Griff: Schon in der siebten Spielminute brachte Zlatan Ibrahimovic Inter in Führung. Carvalho Amauri glich kurz vor dem Pausenpfiff aus. Angesichts der klaren Inter-Dominanz eigentlich nicht der Rede wert, wenn er nicht mit einem T-Shirt-Aufdruck für einen Eklat gesorgt hätte. Beim Torjubel riss es sein Trikot hoch und zeigte den Spruch «Freiheit für die Ultras». Was für Amauri nur «ein Gefallen für die Fans» war, verstanden andere als unangebrachte Solidarisierung mit Hooligans.
Der Jubel der Palermo-Kurve währte nur kurz: Patrick Viera rückte das Kräfteverhältnis in der 61. Minute mit dem Siegtreffer schnell wieder zurecht. Ibrahimovic und Viera stammen aus dem Not-Ausverkauf von Rekordmeister Juve. Kein Wunder, dass sich Spötter fragen, wo Inter jetzt stünde, wenn die Turiner ihre Stars nicht hätten verkaufen müssen, nicht in die Zweite Liga verbannt und der AC Mailand nicht durch Punktabzüge geschwächt worden wäre. Bei Inter hinterfragt man nicht, sondern genießt den Platz an der Sonne: «Wir waren perfekt», freute sich Trainer Roberto Mancini. Auch die «La Gazzetta dello Sport» war beeindruckt. «Wer soll Inter noch aufhalten?», fragte das Sportblatt am Montag. Ganz so siegessicher ist Mancini jedoch nicht. Den Titel glaubt er längst noch nicht sicher. «Bis zum letzten Spieltag wird es ein Dreikampf bleiben zwischen Inter, Palermo und Rom», meinte Mancini. Vor allem der AS Rom brilliert derzeit und setzte seine Siegesserie auch am Wochenende fort. Nach dem 7:0-Erfolg gegen Catania Calcio am vergangenen Wochenende feierten die Römer am 13. Spieltag bei Sampdoria Genua mit 4:2 den nächsten hohen Sieg.
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