Barça nicht zu stoppen
Madrid (dpa) - 13.11.2006, 12:56 Uhr
Barcelonas Thiago Motta wurde nach einer harmlosen Szene vom Platz gestellt.
Nicht einmal Spaniens schlechtester Linienrichter konnte den Vormarsch des FC Barcelona zur Tabellenspitze in der Primera División stoppen. Rafa Guerrero, der mit einer beispiellosen Serie von Fehlentscheidungen zu einer Berühmtheit geworden ist, veranlasste in der Partie des Titelverteidigers gegen Real Saragossa den Schiedsrichter dazu, den Barça-Fußballer Thiago Motta nach einer harmlosen Szene vom Platz zu stellen. Die 75 000 Zuschauer im Camp-Nou-Stadion kochten vor Wut, denn die Partie stand auf des Messers Schneide. Der Linienrichter löste mit seinem Auftritt jedoch eine Trotzreaktion beim Champions-League-Sieger aus, der in den Schlussminuten aus einem 1:1 noch einen 3:1-Sieg machte. Guerrero war vor zehn Jahren schon einmal in einem Spiel zwischen beiden Teams der Hauptakteur einer Szene gewesen, die in die Fußballgeschichte einging. Damals verhalf er den Katalanen nicht nur zu einem unberechtigten Elfmeter, sondern ließ auch einen unschuldigen Spieler Saragossas vom Platz stellen.
Seither wurde der 43-Jährige mit falschen Platzverweisen und Elfmeterentscheidungen so berühmt, dass ein Autokonzern sogar einen Werbespot mit dem Unglückraben drehen ließ. «El Mundo Deportivo» findet die Einlagen des Mannes mit dem Fähnchen nicht mehr lustig: «Wann endlich bekommt Rafa die Rote Karte?», fragte das Sportblatt. Der Linienrichter löste mit seinem Auftritt eine solche Aufregung aus, dass auch Barças Co-Trainer Johan Neeskens und der Platzdelegierte Carles Naval wegen Protestierens «Rot» sahen. Guerrero stahl fast sogar dem zweifachen Torschützen Ronaldinho die Show. Der Superstar hatte Saragossas Führungstreffer durch Gaby Milito ausgeglichen und in der Schlussphase per Freistoß das 2:1 erzielt. Kurz vor dem Abpfiff landete der Brasilianer noch einen Lattentreffer. Javier Saviola nutzte den Abpraller zum 3:1. |