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Machtkampf um Präsidentenamt bei Real

Madrid (dpa) - 08.11.2006, 14:07 Uhr

Real Madrids Präsident Ramón Calderón ist seit vier Monaten im Amt.
Real Madrids Präsident Ramón Calderón ist seit vier Monaten im Amt.

Bei Real Madrid ist ein Machtkampf um das Amt des Präsidenten entbrannt. Ramón Calderón war erst vor vier Monaten zum Clubchef des spanischen Fußballrekordmeisters gewählt worden, aber die Wahlverlierer rütteln bereits bedenklich an seinem Stuhl.

Dabei spielt nicht einmal eine Rolle, dass der Jurist seine Versprechen nicht einhielt. Der 55-Jährige hatte den Brasilianer Kaká (AC Mailand) und den Spanier Cesc Fàbregas (Arsenal London) nach Madrid holen wollen, aber keiner der Stars spielt für die «Königlichen».

Der Clubchef läuft Gefahr, für das Chaos zu büßen, das seine Wahl zum Präsidenten am 2. Juli überschattete. Calderón hatte damals vor Gericht mit einer Einstweiligen Verfügung durchgesetzt, dass die 10 500 per Briefwahl eingegangenen Stimmen wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten nicht mitgezählt wurden. Diese Wählerstimmen könnten aber schon bald von der Justiz freigegeben werden.

Der bei der Wahl unterlegene Baulöwe Juan Miguel Villar Mir ist sich bereits sicher: «Wenn die Briefwahlstimmen ausgezählt werden, werde ich neuer Vereinspräsident. Ich hoffe, dass dies noch vor Weihnachten der Fall sein wird.» Der Ex-Finanzminister erinnerte daran, dass Calderón nur provisorisch im Amt sei.

Dabei hatte die Wahl die monatelange Führungskrise bei Real beenden sollen, nachdem der vorige Präsident Fernando Martín nach nur 57 Tage im Amt von seinem eigenen Vorstand gestürzt worden war. Aber nun ist der Club in neue Turbulenzen geraten. Die Zeitung «El País» spricht von einer «Schlacht um das Präsidentenamt bei Real», das Sportblatt «As» plädiert für Neuwahlen, und «Marca» sieht in dem Wirrwarr eine «Schande für Real».


Derweil sorgten Gerüchte über einen möglichen Wechsel von Ronaldo zum FC Barcelona für neue Aufregung. Der Auslöser war, dass bei Real Trainer Fabio Capello nicht viel von seinem Torjäger hält: «Ronaldo ist immer noch etwas zu dick. Wenn ich ihn mal einsetze, bekommt er gleich Krämpfe.» Der Italiener hätte den Brasilianer am liebsten in die B-Elf in die 2. Liga verbannt. Barça dagegen benötigt nach dem Kreuzbandriss von Samuel Eto'o dringend einen Torjäger.

In der katalanischen Metropole jedoch wollte man von solchen Transfergerüchten nichts wissen. «El Mundo Deportivo» witzelte in Anspielung auf den alljährlichen Hauptgewinn der Weihnachtslotterie, der in Spanien «El Gordo» (der Dicke) heißt: «Gibt's zu Weihnachten den Dicken?» Das Fachblatt «Sport» titelte: «Ronaldo, nein danke.»

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