Ex-Nationalspieler Jancker verlässt China
Schanghai (dpa) - 20.10.2006, 14:08 Uhr
Carsten Jancker bricht sein Engagement in China ab.
Der ehemalige Nationalspieler Carsten Jancker bricht nach einer erfolglosen Saison in Schanghai bereits nach einem halben Jahr wieder seine Zelte in China ab. «Ich weiß, dass es Aufs und Abs gibt, aber diese Erfahrung war sehr enttäuschend», sagte Jancker nach Zeitungsberichten in Schanghai. Seit Mai stürmte der 32-Jährige für den Club Shenhua, erzielte während dieser Zeit allerdings nur einen Treffer. «Ich bereue meine Zeit in Schanghai nicht», sagte Jancker nach den Medienberichten dennoch. Nach einer Beinverletzung hatte der frühere Profi des FC Bayern München, der in der Bundesliga zuletzt für den 1. FC Kaiserslautern gespielt hatte, in Schanghai hauptsächlich auf der Bank gesessen. Als er wieder spielen konnte, schoss er lange kein Tor, handelte sich jedoch die erste Rote Karte seiner Karriere ein. Erst spät traf der Stürmer erstmals für Shenhua - in der 90. Minute eines Halbfinales in der asiatischen Champions League. Das Tor brachte seinem Verein jedoch nicht den erhofften Gewinn.
Jancker erhielt laut Vertrag eine halbe Million US-Dollar für seinen Einsatz in der ostchinesischen Hafenmetropole. Wie die «Shanghai Daily» berichtete, sei die Auszahlung daran gebunden gewesen, dass Jancker 70 Prozent der Spielzeit auf dem Feld sein würde. Zwar habe er die Leistung nicht erbracht, dies sei aber seiner Verletzung geschuldet, hieß es. Jancker führte seine schlechten Leistungen auf die kurzen Einsätze zurück: «Zehn bis 20 Minuten auf dem Feld reichen nicht einmal, um warm zu werden», beklagte Jancker. Die «Shanghai Daily» berichtete, Jancker werde einen Tag nach dem letzten Ligaspiel am 24. Oktober Schanghai verlassen und nach Deutschland reisen. In einem Interview mit deutschen Medien hatte Jancker zuvor jedoch angekündigt, er wolle wahrscheinlich nach Österreich zurückkehren, wo er einst erfolgreich für Rapid Wien gekickt hatte. Janckers Einstieg in Schanghai war die spektakulärste Verpflichtung eines ausländischen Spielers durch Shenhua gewesen, seitdem der ehemalige HSV-Kapitän Jörg Albertz von 2003 bis 2004 in Schanghai spielte. Albertz war der erste deutsche Bundesligaspieler, der zu einem chinesischen Fußball-Club wechselte. Auch er hatte China enttäuscht verlassen und war zur SpVgg Greuther Fürth gewechselt.
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