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Deutsche Nationalspieler bei WM 2010 in Namibia?

Johannesburg (dpa) - 19.10.2006, 09:59 Uhr

Organisationschef Danny Jordaan spricht über die WM-Vorbereitungen in Südafrika.
Organisationschef Danny Jordaan spricht über die WM-Vorbereitungen in Südafrika.

Vor der Kontrollreise von FIFA-Präsident Joseph Blatter in der kommenden Woche nach Südafrika warten die Organisatoren der Weltmeisterschaft 2010 mit ungewöhnlichen Ideen auf.

Nach neuesten Gedankenspielen soll die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei erfolgreicher Qualifikation im benachbarten Namibia wohnen, Brasilianer und Portugiesen in Mosambik und Angola untergebracht werden.

Damit soll nicht nur der Gedanke einer gesamt-afrikanischen Veranstaltung gestärkt werden. Die Einquartierung der DFB-Elf im einstigen kaiserlich-kolonialen Deutsch-Südwestafrika würde nach Ansicht des nationalen Organisations-Komitees (LOC) die Mannschaft und ihre mitreisenden Fans in vertraute Kultur- und Sprachräume führen, so LOC-Chef Irvin Khosa. Den Portugiesen käme als frühere Kolonialherren in Angola ein ähnliches Umfeld zugute.

Im Vorfeld des Blatter-Besuchs versucht das Komitee damit, den WM-Zweiflern in den Industrieländern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Schon seit Tagen gibt es Kommentare in den Südafrikas Medien, in denen vor allem die in Deutschland aufkommende Skepsis an der Organisations-Tauglichkeit der Südafrikaner kritisiert wird. Sie stößt am Kap zunehmend sauer auf. «Es ist unser oberstes Ziel, diese Skeptiker zu widerlegen», sagte Khosa.

Blatter nimmt an einer WM-Konferenz teil. Nach zuletzt kritischen Worten des FIFA-Chefs wird sein Besuch aber auch als Inspektions-Tour gewertet. Mittlerweile entsendet der Weltverband den deutschen WM-Planer Horst R. Schmidt zu monatlichen Reisen nach Johannesburg.


Rund 12 Milliarden Rand (1,4 Mrd. Euro) soll die Südafrikaner die WM kosten. Finanzminister Trevor Manuel soll Ende Oktober mit der Verkündung des Budgets den Startschuss für den Baubeginn der fünf neuen Stadien geben. In 18 bis 34 Monaten sollen sie alle fertig gestellt sein. «In einigen Städten ist der Abriss der alten Stadien bereits beendet - was bedeutet, dass wir einiges an Fortschritt erzielt haben», sagte Chefplaner Danny Jordaan.

Jordaan gab jedoch auch zu bedenken. «Die Stadion-Bauten sind schwierig. Es regnet drei Wochen, und dann sind die Arbeiter nicht sehr froh. Ja, es wird Probleme geben, aber wir werden im Zeitplan fertig werden.» Den Steuerzahler werde jedoch nicht über die veranschlagten zwölf Milliarden Rand hinaus belastet. Die FIFA habe die finanzielle Absicherung garantiert. Jordaan: «Alles Geld kommt von außerhalb Südafrikas. Es ist kein Steuerzahler-Geld.»

Das von Fan-Parks begleitete sportliche Großereignis soll 350 000 Besucher aus aller Welt anlocken, 129 000 Arbeitsplätze schaffen - dem Kap-Staat aber auch 7,2 Milliarden Rand an direkten Ausgaben bescheren. Rund 55 000 Hotelzimmer sollen bereit stehen, und 15 000 Freiwillige rekrutiert werden.

Ein Problem stellt neben den Bereichen Transport und Sicherheit das Wetter dar - die WM 2010 wird mitten im Winter der Süd-Halbkugel stattfinden. Die FIFA hat bereits eine Studie über die Temperaturen der vergangenen vier Jahre für die Monate Juni und Juli angefordert, um eventuell eine spätere Ansetzung der Begegnungen zu beschließen.

Optimistisch gab sich das Komitee angesichts der Absicherung der WM, musste aber auch selbst zugeben, dass die ausufernde Gewalt im Lande Anlass zur Besorgnis darstelle. «Wir werden die Unterkünfte der Spieler, die Routen, die Hotels sichern. Das Organisationskomitee hat alles geplant - einschließlich der Sicherheit; das Ereignis wird abgesichert sein», versuchte Jordaan Zweifler zu beschwichtigen. Die Verbrechensbekämpfung sei aber kein Fußballproblem sondern eines, mit dem die Südafrikaner tagtäglich konfrontiert würden. Es müsse schon heute angegangen werden. Das Land habe die Fähigkeit, alle Besucher zu schützen - und habe dies früher schon unter Beweis gestellt.

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