Rehhagel muss gewinnen - Kritik wächst
Athen (dpa) - 31.08.2006, 10:26 Uhr
Otto Rehagel will seine Spieler in der EM-Qualifikation fordern.
Otto Rehhagel und seine griechischen Fußball-Europameister stehen am Scheideweg. In Moldawien ist in der Qualifikations-Gruppe C für die Fußball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Österreich ein Sieg Pflicht. «Etwas anderes außer einem Sieg könnte eine Lawine von Entwicklungen für die griechische Nationalmannschaft und Rehakles auslösen», meinte ein Kommentator des griechischen Rundfunks. «Griechenland muss seinen Titel verteidigen können. Alles andere wäre eine Katastrophe», schrieb die Sportzeitung «Goal». Eine zweite Blamage nach dem Scheitern bei der Qualifikation für die WM 2006 hätte fatale Folgen. Die Stimmung im Team vor dem Abflug nach Moldawien war bedrückt. Das gewohnte selbstsichere Lächeln schwand aus dem Gesicht vom «König Otto», als er sich mit einem Hagel von aggressiven Fragen konfrontiert sah. Beim letzten Vorbereitungsspiel hatten die Griechen eine 0:4-Niederlage gegen England in Manchester eingesteckt. Kritik wird vor allem laut, weil Rehhagel die Mannschaft nicht erneuert. «Ich trage die Verantwortung. Ich entscheide, wer spielt», sagte der ehemalige Bundesliga-Trainer.
Vor dem Moldawien-Spiel fordert Rehhagel: «Wir müssen gewinnen - unbedingt. Wir dürfen keinen schlechten Start haben. Wir müssen mit Herz und Pathos ran.» Er setzt jedoch weiter auf den Kern der Mannschaft, die im Juli 2004 in Portugal sensationell Europameister wurde. «Wir können nicht weiter mit Opas spielen», monierte ein Sportblatt aus Thessaloniki. Rehhagel wies auch Vorwürfe zurück, er halte sich zu lange in Deutschland auf. «Ich habe mich in den letzten Tagen (in Deutschland) mit Leuten getroffen, die mir ausführliche Informationen über die Nationalmannschaft Moldawiens gegeben haben», erklärte er. |