Der Rubel regiert argentiniens Nationalmannschaft
31.08.2006, 10:09 Uhr
Roberta Ayala (r) und Carlos Tevez bei der WM 2006 in Deutschland.
Buenos Aires/Frankfurt (dpa) - Adios Argentina: In der Heimat bekommen die Fans den zweimaligen Fußball-Weltmeister vorerst wohl nicht mehr zu sehen. Die Seleccion gastiert in den kommenden Jahren überwiegend in Europa. Auftakt ist London, der Gegner ist Erzrivale Brasilien. Die weitere Reiseroute führt die größtenteils mit Legionären der europäischen Top-Ligen besetzten «Albiceleste» in den nächsten Wochen und Monaten über Murcia am 11. Oktober (Spanien), Köln am 14. November (Türkei) und Paris am 7. Februar 2007 (Frankreich). In Planung ist auch eine Partie in Rom gegen Weltmeister Italien im November kommenden Jahres. Der Grund für die Tour auf dem alten Kontinent: Ein russischer Milliardär hat sich die TV-Rechte an dem WM-Viertelfinalisten Argentinien gesichert und will nun den Ball ebenso wie den Rubel bei attraktiven Spielen rollen sehen.
24 Testspiele bis 2011 hat sich Wiktor Wexelberg mit seiner Renova-Gruppe vertraglich gesichert. Involviert ist auch World Eleven. Auf der Internetseite preist sich das Unternehmen selbst dafür, dass es als erste und einzige vom Weltverband FIFA lizenzierte Agentur internationale Spiele in Argentinien organisiert. In die Kassen des nationalen Verbandes AFA mit dem mächtigen Präsidenten Julio Grondona spült der umstrittene Fünf-Jahres-Kontrakt 18 Millionen US-Dollar (rund 14 Millionen Euro). Und so rühmt sich Renova, nach eigenen Angaben wiederum die größte russische Management-Agentur, mit dem südamerikanischen Gipfeltreffen der «Blauweißen und der Samba-Boys» am 3. September im neuen Stadion von Arsenal London auf seiner Internetseite. Allerdings musste dafür auch der Vermarkter des fünfmaligen Weltmeisters Brasilien mitspielen. Die Attaro/Kentaro AG (London/Wil) ließ sich auch nicht lange bitten. Die Briten und Schweizer hatten bereits die brasilianischen Vorbereitungsspiele und das WM-Trainingslager im Land der Eidgenossen organisiert und angeblich einen Umsatz von umgerechnet fast 10 Millionen Euro erzielt. |