Ballack vor seinem Debüt beim FC Chelsea
London (dpa) - 28.07.2006, 14:28 Uhr
Michael Ballack bei der Pressekonferenz nach Vertragsabschluss beim FC Chelsea.
Im Urlaub bekam Michael Ballack schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was ihn beim FC Chelsea erwartet: Auf Sardinien, wo sich der Nationalmannschafts-Kapitän nach dem WM-Stress erholen wollte, wurde er von Paparazzi ausfindig gemacht. Die lichteten nicht nur ihn, sondern auch noch die Kinder ab. Ballack (geschätztes Jahresgehalt: knapp 15 Millionen Euro) ist zusammen mit dem neuen Vereinskollegen Andrej Schewtschenko der bestbezahlte Fußballer der Premier League - und das bedeutet, dass ihn die englische Boulevardpresse auch außerhalb des Platzes jagen wird. Trotzdem freut sich der 29-Jährige auf die Herausforderung. «Klar, England ist Neuland für mich», sagte er kürzlich in einem Interview. Aber für mich ist es auch gut, nach der tollen WM eine neue Herausforderung zu suchen. Ich habe nach diesem Highlight jetzt nicht den Alltag beim FC Bayern, sondern eine neue Motivation.» Die beginnt knapp 13 Flugstunden von München entfernt in Los Angeles, wo der Club des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch vor der neuen Saison sein Trainingslager aufschlagen wird.
Dort wird Ballack am 30. Juli erstmals seine neuen Teamkollegen treffen. Am darauffolgenden Samstag soll er gegen ein All-Star-Team der US-Soccer-League sein Debüt feiern. Ernst wird es dann mit dem ersten Pflichtspiel am 20. August. Das Gedränge um einen Startplatz ist beim englischen Meister ungleich größer als bei den Bayern: 17 Spieler waren in WM-Einsatz - so viele wie bei keinem anderen Club der Welt. Und einer soll noch dazu kommen: Ashley Coles Wechsel vom FC Arsenal für 30 Millionen Euro scheint beschlossene Sache. Im Mittelfeld ist der Konkurrenzkampf besonders groß: Ballack soll dort zusammen mit Frank Lampard, Claude Makelele und Michael Essien die Fäden ziehen. Der Deutsche ist zunächst gesetzt bei Trainer José Mourinho, der bereits während der WM in Kontakt mit seinem neuen Schützling stand: Vor und nach jedem K.o.-Spiel schickte der Portugiese Ballack eine SMS. Nach der dramatischen Halbfinal- Niederlage gegen Italien schrieb Mourinho, das deutsche Team könne stolz sein auf das Erreichte. |