In Rom hat der Berufungsprozess im italienischen Fußball-Skandal begonnen. Vor dem Sportgericht des nationales Fußball-Verbandes (FIGC) erscheinen erneut die vier hauptbeschuldigten Spitzenclubs Juventus Turin, AC Florenz, Lazio Rom und AC Mailand.
Alle Vereine hoffen auf mildere Strafen. Das Urteil wird Anfang kommender Woche erwartet. In der ersten Instanz hatten die Richter entschieden, dass «Juve», Florenz und Lazio wegen Spiel-Manipulationen in die Zweite Liga absteigen müssen. Zudem erhalten die Strafpunkte. Mailand darf nicht an der Champions League teilnehmen.
Wie italienische Zeitungen berichten, erhoffen sich vor allem Florenz und Lazio, dass sie in der ersten Liga (Serie A) bleiben dürfen. Mailand will ohne die in erster Instanz verhängen 15 Minuspunkte in der Ersten Liga spielen. «Juve» würde sich möglicherweise in den Zwangsabstieg fügen. Der Rekordmeister will aber nicht, wie in erster Instanz vorgesehen, mit 30 Strafpunkten ins Rennen gehen. Möglicherweise wollen die Angeklagten auch vor das Verwaltungsgericht ziehen.
Nach Berichten italienischer Medien will die Regierung in Rom die TV-Überragungsrechte im Fußball ändern. Ein Gesetzentwurf würde zu erheblichen Mindereinnahmen für die Spitzenvereine führen. Die Hälfte der Fernseheinnahmen von etwa 500 Millionen Euro sollen an alle Vereine der Serie A zu gleichen Teilen ausgeschüttet werden. Die andere Hälfte soll je nach TV-Quoten und sportlichem Erfolg verteilt werden. Allerdings muss zunächst das Parlament zustimmen.