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Juve-Ausverkauf: Cannavaro und Emerson nach Madrid

Madrid (dpa) - 20.07.2006, 11:15 Uhr

Fabio Cannavaro bei der Ankunft in Italien nach dem WM-Gewinn.
Fabio Cannavaro bei der Ankunft in Italien nach dem WM-Gewinn.

Der Ausverkauf der Stars italienischer Skandal-Clubs hat begonnen, und die «Königlichen» von Real Madrid haben als erste zugeschlagen. Sie einigten sich mit Juventus Turin auf die Verpflichtung von Fabio Cannavaro.

Mit dem Kapitän der italienischen Weltmeisterelf wechselt auch der brasilianische Nationalspieler Emerson von Turin nach Madrid. Dagegen verlor Real das Rennen um Gianluca Zambrotta an den Liga-Konkurrenten FC Barcelona. Der Verteidiger ist sich nach spanischen Medienberichten mit «Barça» so gut wie einig.

Der 32 Jahre alte Abwehrstratege Cannavaro und der 30-jährige Mittelfeldmann Emerson werden wieder mit Trainer Fabio Capello vereint, der ebenfalls das «sinkende Schiff Juve» in Richtung Real verlassen hatte. Wie es hieß, war er die treibende Kraft der Transfers, weil er die brüchige Abwehr des in der letzten Saison enttäuschenden Clubs der «Galaktischen» unbedingt stärken will.

Nach Presseberichten werden die beiden Neuen Dreijahresverträge unterschreiben. Dafür muss Real in drei Raten 23 Millionen Euro an Juventus überweisen. Cannavaro und Emerson werden durch den Wechsel nach Spanien auch nicht ärmer: Sie sollen jeweils sechs Millionen Euro brutto verdienen. Der FC Barcelona will für Zambrotta und den französischen Nationalspieler Lilian Thuram nach Presseberichten insgesamt rund 20 Millionen Euro ausgeben.

Mit den «Luxus-Verpflichtungen», so die Zeitung «Sport», ist die Einkaufstour auf spanische Art aber noch nicht vorbei. Reals neuer Präsident Ramòn Calderón und sein Sportdirektor Pedja Mijatovic haben Appetit auf weitere Spieler. An erster Stelle steht der niederländische Torjäger Ruud van Nistelroy, der allerdings bereits signalisiert hat, dass es ihn eher zum FC Bayern München zieht.


Manchester United will den Stürmer auch abgeben, aber nicht verschenken, wie Manager Alex Ferguson es formulierte. Das ist bei den diskutierten Summen wohl ironisch gemeint. «Manu» lehnte ein auf 14 Millionen Euro erhöhtes Angebot von Real ab und verlangt 22 Millionen. Der Ausgang dieses Schacherns kann wiederum darüber mitentscheiden, ob der spanische Nationalspieler Fernando Torres in der kommenden Saison noch für Atlético Madrid spielt. Manchester interessiert sich nach Presseberichten ebenso für den jungen Star aus Manzanares wie Real.

Am Geld wird es sicherlich nicht liegen, falls nicht alle Früchte des sommerlichen Handels in der spanischen Sonne reifen. Real Madrid liegt nach Angaben der Sportzeitung «Marca» für Medienrechte ein Angebot von 1,19 Milliarden Euro für sieben Jahre vor, 170 Millionen Euro pro Spielzeit und 50 Millionen mehr als bisher - genug, um von Kakà, Ronaldinho oder Adriano zu träumen. Konkurrent Barca verfügt nach dem jetzigen Stand dagegen «nur» über 120 Medien-Millionen.

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