Coach Scolari hält Portugal hin
Lissabon (dpa) - 07.07.2006, 19:35 Uhr
Luiz Felipe Scolari während der WM im Gespräch mit Journalisten.
Luiz Felipe Scolari hält den portugiesischen Fußball-Verband in der Trainerfrage weiter hin. Halbherzig dementierte er vor dem Spiel um Platz drei gegen Deutschland Presseberichte, wonach er nach der WM seinen Rücktritt als Portugals Nationalcoach erklären wird. Der Brasilianer wolle sich einige Monate Pause gönnen, obwohl er lukrative Angebote von Vereinen in Spanien und Italien erhalten habe, schrieb das portugiesische Sportblatt «Record». Und: Die Entscheidung sei bereits gefallen, hieß es weiter. «Ich will mich hier auf das Spiel konzentrieren und nicht über meinen Vertrag reden. Es gibt die Möglichkeit zu bleiben oder zu gehen», sagte hingegen Scolari in Stuttgart. Der portugiesische Verband will seinen Erfolgscoach bis zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz halten. Laut Scolari ist noch alles offen. «Es gibt nichts Spezielles zu sagen», meinte der 57-Jährige. Ob die Begegnung um Platz drei in Stuttgart gegen Deutschland sein Abschiedsspiel sei? «Es ist mein letztes Spiel bei dieser WM», so Scolari diplomatisch.
«Scolari geht», titelte die Zeitung «Record». Eine Bestätigung dafür gab es auch vom portugiesischen Verband nicht. «Wenn es etwas zu sagen gibt, dann werden wir das auf unserer Webseite tun oder durch unseren Präsidenten», sagte Pressesprecher Bruno Henriques. Nächste Woche ist ein Treffen von Scolari mit Portugals Verbandschef Gilberto Madaíl anberaumt. Scolaris Vertrag läuft am 31. Juli aus. Er hatte die Portugiesen bei der Europameisterschaft 2004 bis ins Finale geführt, wo die Gastgeber Griechenland 0:1 unterlagen. Nach Angaben von «Record» ist es Scolari bewusst, dass er seine Bilanz nur mit einem EM-Titel 2008 und dem Endspiel-Einzug bei der WM 2010 steigern könne. Zudem stehe die Mannschaft nach dem bevorstehenden Abschied von Superstar Luis Figo vor einem Umbruch. Außerdem habe es der Coach dem Verbandspräsidenten Madaíl nicht vergessen, dass er ihm in schwierigen Phasen nicht voll den Rücken gestärkt habe. Scolari betonte jedoch, dass der Funktionär «mein Freund ist». |