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Königlicher Schiffbruch: Real verspielt Titel

Madrid (dpa) - 27.02.2006, 15:12 Uhr

Reals Zidane (M) wird von Pisculichi (r) und Gutierrez unsanft gestoppt.
Reals Zidane (M) wird von Pisculichi (r) und Gutierrez unsanft gestoppt.

«Königlicher» Schiffbruch bei Mallorca: Real Madrid hat sich mit seiner 1:2-Niederlage beim Abstiegskandidaten RCD Mallorca fast schon aus dem Kampf um die spanische Fußballmeisterschaft verabschiedet.

Für den Rekordmeister ging auf der Ferieninsel nicht allein eine Serie von sechs Siegen in Folge zu Ende, sondern das Team offenbarte auch Auflösungserscheinungen.

Die Starkicker sind sich untereinander nicht mehr grün. Als Sergio Ramos die Madrilenen in der 31. Minute in Führung brachte, wollte sich von seinen Teamkollegen niemand so recht freuen. «Es herrschte eine Stimmung, als hätten nicht wir, sondern die Mallorquiner das Tor erzielt», wunderte sich der junge Abwehrspieler. «Kaum einer von uns hat gejubelt. Uns fehlt es an Teamgeist.»

Angeführt vom griechischen Europameister Angelos Basinas kamen die Inselkicker durch Leonardo Pisculicchi (52.) per Foulelfmeter und Juan Fernando Arango (83.) noch zum verdienten 2:1. Die «Königlichen» gaben sich ohne große Gegenwehr einem Rivalen geschlagen, der keinen herausragenden Fußballer in seinen Reihen hat und zuletzt vier Monate lang kein Heimspiel gewonnen hatte. «Real wirft das Handtuch», titelte das Sportblatt «As».

Die Madrilenen verspielten in den vergangenen zehn Tagen fast schon drei Titel. Auf das Pokal-Aus gegen Real Saragossa folgte die 0:1-Heimniederlage im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen Arsenal London. In der Primera División liegt Real (48 Punkte) nun zehn Zähler hinter Titelverteidiger FC Barcelona (58), der sein schweres Spiel in Saragossa 2:0 gewann. Neben Real patzte auch der Verfolger FC Valencia (50), der gegen das Bernd-Schuster-Team des FC Getafe über ein 1:1 nicht hinauskam.


Wie es um die Stimmung bei den «Königlichen» bestellt ist, zeigte der öffentlich ausgetragene Streit zwischen Kapitän Raúl und Torjäger Ronaldo. Der Brasilianer beklagte sich, dass die Fans ihn nicht liebten, und drohte mit seinem Weggang von Real. Daraufhin hielt Raúl seinem Stürmerkollegen Egoismus vor. Ronaldo wiederum entgegnete: «Raúl kann sagen, was er will, aber mit seinen Worten hat er die Lage nur noch schlimmer gemacht.»

Für den Kolumnisten Roberto Palomar vom Sportblatt «Marca» gibt es nur einen Weg, das Titelrennen einmal spannend zu gestalten: «Die Barça-Kicker müssten in den ausstehenden Spielen mit einer Augenbinde und mit einer Hand auf dem Rücken gefesselt spielen.»

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