Auskünfte des britischen Internet-Wettbüros «Betfair» sollen Licht in die jüngste Korruptionsaffäre im belgischen Profifußball bringen. Der belgische Fußballverband teilte mit, eine entsprechende Vereinbarung mit dem Wettbüro in den nächsten Tagen zu unterzeichnen.
«Betfair» darf dem Verband dann die Namen von Personen preisgeben, die angeblich hohe Summen auf die zweifelhaften Spiele gesetzt haben. Der Verband will die Daten auch an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Seit einer Enthüllungsreportage auf dem Fernsehsender VRT kämpft der belgische Profifußball mit schweren Korruptionsvorwürfen.
Das Verhältnis zwischen «Betfair» und dem Fußballverband war zuvor gespannt. «Betfair» hatte behauptet, den Verband schon im Oktober in einem Brief auf mögliche Betrügereien im belgischen Fußball hingewiesen zu haben. Der Verband bestreitet das und will erst im Januar von «Betfair» über den Verdacht erfahren haben.
Nach Informationen des Fernsehsenders VRT sollen im vergangenen Jahr sieben Spiele im belgischen Oberhaus, der Jupiler League, manipuliert worden sein. Ein Zeuge nannte in der Reportage die Namen von 14 verdächtigen Profis, Trainern und Vereinsmanagern. Mutmaßlicher Drahtzieher ist der aus Taiwan stammende Geschäftsmann Ye Zheyun, der bereits häufiger mit Betrugsvorwürfen im Profifußball in Verbindung gebracht wurde. Im Anschluss an die Reportage haben belgischen Medien mit neuen Verdächtigungen die Spekulationen in der Affäre weiter genährt. Sowohl der belgische Fußballverband als auch die Brüsseler Staatsanwaltschaft ermitteln.