Inter kassiert 200 Millionen für TV-Rechte
Mailand (dpa) - 31.01.2006, 10:57 Uhr
Inters brasilianischer Stürmerstar Adriano wischt sich den Schweiß vom Mund.
Inter Mailand hat seine Fernsehübertragungsrechte für die nächsten beiden Spielzeiten für 200 Millionen Euro an den Medienkonzern Mediaset verkauft. Inter folgte damit dem Beispiel von Rekordmeister Juventus Turin, der seine TV-Rechte für 248 Millionen Euro ebenfalls an den Medienkonzern von Italiens Ministerpräsident und AC Mailand-Besitzer Silvio Berlusconi verkauft hatte. Die Selbstvermarktung der Top-Clubs wird von den kleineren Vereinen der Serie A heftig kritisiert. Eine Gruppe um den Präsidenten des AC Florenz, Diego Della Valle, fordert die Rückkehr zur gemeinsamen Vermarktung der Serie A mit Hilfe eines kollektiven TV-Vertrags. Ansonsten werde die Kluft zwischen Reich und Arm im italienischen Fußball noch größer. «Inters Vetrag ist eine Schande», schimpfte Palermos Club-Präsident Maurizio Zamparini.
Auch das italienische Parlament hatte sich bereits mit dem Poker um die TV-Rechte beschäftigt. Eine eingebrachte Gesetzesänderung zur Wiedereinführung eines Kollektivvertrags wurde jedoch von Berlusconis Partei Forza Italia gestoppt. Della Valle und die Oppositionsparteien in Rom warfen Berlusconi daraufhin vor, mit Hilfe seiner Partei die wirtschaftlichen Interessen seines Medienkonzerns zu verfolgen. Die Gegner der Alleinvermarktung aus Florenz, Palermo, Genua, Lecce, Ascoli, Treviso und Chievo haben unterdessen juristische Schritte gegen die Top-Clubs eingeleitet. Neben Juve und Inter unterzeichnete auch der FC Livorno einen eigenen TV-Vertrag über zehn Millionen Euro mit Mediaset und dem Pay- TV-Sender Sky. Wie Inter konnte auch Livorno den Preis für seine TV- Rechte um rund 20 Prozent steigern. In nächster Zeit werden auch Vertragsabschlüsse vom AC Mailand, den Hauptstadtclubs Lazio und AS Rom sowie von US Cagliari erwartet.
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