London (dpa) - Manchester United überlegt, als Folge der jüngsten Bestechungsvorwürfe im englischen Fußball seine Transferpolitik zu ändern. Vorstandsvorsitzender David Gill sagte, die bisherige Praxis sei «unhaltbar».
Manchester ist bislang der einzige Verein in der Premier League, der seine Zahlungen an Spielerberater offen legt. Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson wurde in einer Boulevardzeitung zitiert, mehrere Trainer in der Premier League würden «sich Geld in die eigenen Taschen stecken». Zuvor hatte Zweitliga-Trainer Mike Newell erklärt, illegale Zahlungen von Spielerberatern an Trainer seien gängige Praxis.
Manchester United zahlte im vergangenen Geschäftsjahr, das im Juni 2005 endete, umgerechnet 3,2 Millionen Euro an Berater, die in England nicht nur die Interessen der Spieler vertreten, sondern auch mit den Vereinen über die Höhe der Ablösesumme verhandeln. «Wir glauben, es ist nicht hilfreich, dass United der einzige Premier- League-Club ist, der solche Zahlungen offen legt», sagte Gill bei der Bekanntgabe der Jahresbilanz am 23. Januar.
Als börsennotiertes Unternehmen veröffentlicht «ManU» seit 2004 diese Zahlungen, da die damaligen Mehrheitseigner dies so verlangten. Die Glazer-Familie hat den Verein nach der Übernahme im vergangenen Jahr jedoch von der Börse genommen. Manchester United machte in der vergangenen Saison einen Gewinn von umgerechnet 67 Millionen Euro.